Fußball Anhörung der FA im Fall Sam Allardyce im britischen Parlament October 17 2016 London Lo

„Ich schäme mich für Homophobie“

Der Vorsitzende des britischen Fußballverbandes findet sehr klare Worte für die Zustände im Stadion

„Schwulen Spielern würde ich nicht zum Coming-out raten“, sagt Greg Clarke. Er ist Vorsitzender des britischen Fußballverbandes Football Association und konstatiert: Fußball und Homosexualität sind offenbar in England noch immer nicht vereinbar. Wer sich outet, läuft Gefahr, beschimpft und beleidigt zu werden, sagte er gestern im Parlament vor Mitgliedern des Komitees für Kultur, Medien und Sport. (Der einzige offen schwule Profi Robbie Rogers hat es kürzlich selber erlebt -MÄNNER-Archiv)

Fußballprofi Robbie Rogers mit Mann und Kind (Foto: Instagram)

Fußballprofi Robbie Rogers mit Mann Greg Berlanti und Sohn Caleb (Foto: Instagram)

Ich schäme mich für die Homophobie im Sport

Er wäre „verwundert“, so Clarke, wenn es keine schwulen Spieler in der 1. Liga gäbe. Aber da sei eben eine laute und einflussreiche Minderheit, die es einem Spieler unmöglich mache, sich zu outen. „Ich schäme mich für die Homophobie im Sport“, so Clarke.

Coming-out: keine gute Idee

Der Daily Mirror hatte berichtet, zwei Erstliga-Spieler seien kurz davor, sich zu outen. Clarke hält das für keine gute Idee. „Ich glaube, wir haben das Problem noch nicht im Griff. Wenn „schlechte Menschen“ sich in einer großen anonymen Masse befinden, würden sie übermütig. (Im Frühjahr hieß es, im britischen Profifußball gebe es sieben schwule Spieler – MÄNNER-Archiv)

So ein Verhalten ist widerlich und muss ausgerottet werden

„Unser Job ist es, solchem Verhalten hart zu begegnen.“ Clarke erwähnte einen homophoben Zwischenfall, der sich am Wochenenden bei einem Zweitliga-Spiel zwischen Leyton Orient und Luton ereignet hat; die Luton-Fans skandierten homophobe Sprüche. „So ein Verhalten ist widerlich und muss ausgerottet werden. Und ich bin fest entschlossen, es auszurotten.“

Ich schäme mich persönlich, dass schwule Spieler sich nicht frei fühlen, sich zu outen.“

Clarke sagte, er verleugne das Problem nicht, und kündigte an, die Stadien inklusiver zu machen. „Bevor wir Spieler dazu ermutigen, sich zu outen, müssen wir im Fußball eine sichere Atmosphäre schaffen.“ (Thomas Hitzlsperger outete sich erst nach dem Ende seiner Karriere als aktiver Fußballer und kämpft heute für Vielfalt im Sport – MÄNNER-Archiv)

Sein Job sei es, die Leute zu finden, die eine Minderheit ausgrenzen, und die müsse man unnachgiebig zurechtweisen. Clarke weiter: „Ich schäme mich persönlich, dass schwule Spieler sich nicht frei fühlen, sich zu outen.“

Titelbild: Imago/Zuma Press


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