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Homosexuelle sind bald behindert

… damit ihnen der Kinderwunsch erleichtert wird

Homosexuelle haben lange gekämpft, dass ihre sexuelle Orientierung nicht als Krankheit eingestuft wird. Das sehen auch die Vereinten Nationen so (MÄNNER-Archiv). Und dennoch will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexuelle zu Menschen mit Behinderung erklären.

Was zunächst nach Satire klingt, begründet die WHO so: Jeder Mensch hat ein Recht auf Fortpflanzung. Deshalb soll die Unfähigkeit, Kinder zu bekommen, als Behinderung eingestuft werden. Wer niemanden zum Kindermachen hat, dem soll geholfen werden.

Vor allem Lesben und Singles würden profitieren

Denn bislang ist es so, dass man laut WHO unfruchtbar ist, wenn man zwei Jahre lang (heterosexuellen) Sex ohne Verhütungsmittel hat und keine Kinder gezeugt hat.

Wenn jetzt Homosexuelle und Singles als unfruchtbar und behindert gelten, ändert das einiges: Es öffnet den Weg zur künstlichen Befruchtung. Momentan muss man dafür ein medizinisches Problem haben. Zukünftig soll das nicht mehr der Fall sein. (Dass Homophobie eine Krankheit ist, steht bereits fest – MÄNNER-Archiv.)

Vor allem Singlefrauen und Lesben profitieren davon. Krankenkassen übernehmen bei den ersten drei Versuchen einer künstlichen Befruchtung die Hälfte der Kosten. Aber nur, wenn das Paar in einer stabilen Beziehung lebt oder sogar verheiratet ist.

WHO-Vorstand fordert diese „radikale Änderung“

Die WHO will es Lesben und Singles durch die Änderung leichter machen, eine künstliche Befruchtung durchführen zu lassen. Für schwule Männer ändert sich wenig: Sowohl eine Eizellenspende als auch eine Leihmutterschaft sind in Deutschland (noch) verboten.

David Adamson vom WHO-Vorstand setzt sich für die Änderung ein: „Diese Neuregelung würde es Menschen ermöglichen, Kinder unabhängig davon zu bekommen, ob sie einen Partner haben oder nicht. Das ist eine radikale Änderung, die den Umgang mit diesem Bereich des Gesundheitsschutzes im Ansatz verändert“, sagte er der britischen Tageszeitung „The Daily Paragraph“.

Bedenken: „Geschlechtsakt zwischen Mann und Frau wird negiert“

Adamson kündigte an, bereits Anfang 2017 mit einigen Gesundheitsministern zu sprechen, um die Neudefinition voranzubringen. Denn die neuen Standards sollen weltweit gelten. Üblicherweise übernehmen alle Länder die WHO-Regelungen.

Josephine Quintavalle von der Kommission für Reproduktionsethik äußerte bereits im Vorfeld Bedenken: „Es wird nicht nur die Unfruchtbarkeit im Kern neudefiniert, sondern auch die Bedeutung des natürlichen Geschlechtsakts zwischen Mann und Frau negiert. Wie schnell kommen wir dadurch von Kindern nach Maß zu Kindern aus dem Reagenzglas?“

Titelbild: Shutterstock/nevodka


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