chansey paech

Ich bin jung, schwul und schwarz

Australiens erster schwuler Aboriginal Abgeordneter hat das Regionalparlament eröffnet

„Frau Parlamentspräsidentin, ich bin jung, ich bin schwul, ich bin schwarz und ein waschechter Territorian.“ So begann Chansey Paech seine erste Rede im Parlament des Northern Territory, dem nördlichsten Territorium Australiens. Einige australische Medien nennen seine Rede schon jetzt „historisch“, weil sie so offen war.

Der 28-Jährige ist Mitglied der Labor-Partei und der erste offen schwule Aboriginal Abgeordnete Australiens. Bei der Wahl, die Ende August stattfand, gewann er mit 59 Prozent der Stimmen einen Sitz für die Region Namatjira.

Das Northern Territory hat Nachholbedarf bei LGBTI-Rechten

Bereits bei seiner ersten Rede machte er klar, wofür er steht: „Ich bin ewig stolz auf mich und wo ich herkomme, es gehört zu mir und ich trage es mit Stolz.“ Außerdem erklärte Chansey Paech, er stehe für die Vielfalt des Territoriums, das als multikulturell gilt.

Paech nutzte seine Rede jedoch nicht nur für pathetische Sätze, sondern stellte auch konkrete politische Forderungen. So setzt er sich für eine landesweite Eheöffnung ein, so wie es zuletzt auch Kylie Minogue und Sia machen (MÄNNER-Archiv). Sein Territorium steht ohnehin im Vergleich schlecht dar: Während Schwule und Lesben in anderen Territorien Australiens zumindest ihre Partnerschaft eintragen lassen können, ist dies im Northern Territory nicht möglich.

Auch eine Adoption ist in und um die Hauptstadt Darwin für Homosexuelle nicht erlaubt – anders etwa als in Western Australia, wo Schwule und Lesben bereits seit 2002 Kinder adoptieren können. Aktuell läuft in Australien ohnehin die Debatte über einen Volksentscheid über eine landesweite Eheöffnung (MÄNNER-Archiv).

Im Wahlkampf haben viele gedacht, dass es Wähler abschrecken könnte, wenn er so offen über seine Sexualität spricht, erzählte der Politiker dem Sender SBS. Besonders in einem so ländlichen Gebiet wie dem, aus dem er kommt, befürchteten einige Unterstützer Probleme.

Chansey Paech will nicht nur herumsitzen, er will etwas verändern

Doch es kam ganz anders: „Meine Sexualität war den Leuten in meinem Wahlkreis komplett egal“, sagte er. „Sie haben sich auf Themen konzentriert, die ihren Alltag bestimmen.“ Deshalb will er sich – neben seinem Engagement für die LGBTI-Community – für bessere Straßen im ländlichen Raum einsetzen.

Seine neue Aufgabe als Abgeordneter beginnt er voller Motivation: „Ich wollte nicht einer von den Leuten werden, die nur herumsitzen und über Veränderungen reden. Ich will Teil davon sein, diese Veränderungen zu machen.“

Titelfoto: Facebook


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