„Meine Kinder sind alle gleich”

Australische Politikerin appelliert ans Parlament, die Volksabstimmung zu stoppen

Susan Lamb sitzt erst seit Juli im australischen Parlament. Sie hat ihren Sitz erst bei der letzten Wahl für die Labor Party gewonnen. Deswegen war Lamb jetzt dran, mit ihrer Einstandsrede. In der die Mutter von vier Söhnen sich gleich mal kämpferisch und ihre Tränen unterdrückend für ihr schwules Kind einsetzte, indem sie sich mit deutlichen Worten gegen den geplanten Volksentscheid über die Eheöffnung in Australien aussprach. „Ich bin ziemlich enttäuscht, weil unsere Gesetze die Liebe eines meiner Söhne, weniger wertvoll finden, als die seiner Brüder”, sagte sie am Montag, laut Daily Mail. Bezugnehmend auf die Pläne von Premierminister Turnbull über die Eheöffnung in einem Volksentscheid abstimmen zu lassen, sagte sie, der würde nur Menschen verletzen, die oft sowieso schon mit ihrer Sexualität zu kämpfen hätten.Die Labor Party ist für eine offene Abstimmung über die Eheöffnung im Parlament (MÄNNER-Archiv), bei der das Gesetz mit großer Wahrscheinlichkeit eine Mehrheit finden würde.

Susan Lamb mit ihren Söhnen

Susan Lamb mit ihren Söhnen

„Diskriminierung von Minderheiten sollte nie Gegenstand einer landesweiten Diskussion sein. Dass es sie überhaupt gibt, sollte uns sofort auf den Plan rufen.” Mit den Tränen kämpfend, sagte Lamp: „Natürlich ist diese Sache für mich auch sehr persönlich. Aber, sie betrifft sehr viele Australier. Denn, egal was letzten Endes dabei herauskommt, dass überhaupt über ihre Rechte abgestimmt werden soll, ist eine Beleidigung für alle LGBTI in Australien und alle Menschen, die sie lieben.” Während ihr ihre Söhne Chris, Kyle, Jack und George von der Besuchertribüne aus zusahen, sagte sie , gegen Diskriminierung von LGBTI zu kämpfen, sei auch ihre Aufgabe als Mutter. „Ich werde immer jemand sein, der gegen jede Form von Diskriminierung aufsteht. So solidarisiere ich mich mit meinem Sohn und der LGBTI-community. Diejenigen von uns, die Eltern sind, verstehen den Impuls, sich sofort und mit aller Macht gegen die Ungleichbehandlung unserer Kinder einzusetzen.”

72 % der Menschen in Australien sind für die Öffnung der Ehe

72 % der Menschen in Australien glauben, dass Homopaare das Recht haben sollten, gleichberechtigt zu heiraten. Übrigens auch die in Down Under geborene Kylie Minogue und ihr Verlobter Joshua Sasse. (MÄNNER-Archiv) Der australische Schauspieler machte schon im Juni bei Twitter seinem Ärger Luft und schrieb: „Australien ist so spät dran mit der Ehe-Öffnung wie Mauretanien mit der Abschaffung der Sklaverei”. Letzte Woche gründete er die Initiative „Say ‘I Do’ Down Under” und brachte jede Menge prominente MitstreiterInnen wie Sia, Dolly Parton oder Jake Shears mit.

Fotos: Susan Lamb, Facebook, Australien Parlament 


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