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Tagesthema: Ingo Zamperoni

Der Schwarm der schwulen Tagesthemen-Fans ist zurück

Als Ingo Zamperoni im Sommer 2012 als Vertretungsmoderator für Susanne Holst bei den Tagesthemen einstieg, gerieten viele Schwule in Verzückung. Christian Scheuß schrieb gar in einem flammenden Appell, dass „ein italienischer Hengst, wie es der Zamperoni ist“ dauerhaft für das Nachrichtenmagazin engagiert werden solle. Ob man das nun schwülstig findet oder nicht: Die Bitte wurde erhört. Nachdem Zamperoni in den letzten zwei Jahren als US-Korrespondent in Washington für die ARD arbeitete, ist er nun nach Deutschland zurückgekehrt, um der offizielle zweite Mann neben „Tagesthemen“-Chefmoderatorin Caren Miosga zu werden.

Ingo Zamperoni

Der Bart ist ab: Das Bild zeigt Zamperoni im September 2013 (Foto: Screenshot)

Ab sofort führen die beiden im wöchentlichen Wechsel durch die Sendung. Zemperonis Wiedereinstieg fällt auf den heutigen 24. Oktober. Zuvor wurde für die Rückkehr des 42-Jährigen aber schon mal die Werbetrommel gerührt. Bei einem Pressetalk in der Panorama-Bar des Hamburger Empire Riverside Hotels plauderten Miosga und Zamperoni über ihre gemeinsame berufliche Vergangenheit und verrieten ein paar Interna über ihre Arbeit im Studio.

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Pressetalk im 20. Stock: Caren Miosga (Mitte) und Ingo Zamperoni mit Moderatorin Inka Schneider

Dabei wurde viel über ihren Größenunterschied gescherzt (1,71 Meter zu 1,95 Meter), herausgestellt, dass sie das erste Tagesthemen-Team seien, in dem beide unter 50 sind, und man erfuhr dass „der Ingo“ im Studio bereits eifrig Gänge übt, weil das Set seit seinem Weggang komplett modernisiert wurde und ihm noch fremd ist. Es wurde auch verraten, dass Zamperoni im November nochmal in die USA zurückkehren wird, um den Ausgang der Präsidentschaftswahlen (MÄNNER-Archiv) in einer oder zwei „Tagesthemen“-Sondersendungen live und vor Ort zu begleiten.

Ingo Zamperoni
Sein Amerika-Bezug war auch die Rampe für eine MÄNNER-Frage, die Zamperonis Haltung zu LGBT-Themen auf den Zahn fühlen sollte. Er wurde in der Vergangenheit ja nicht nur für sein gutes Aussehen und seine souveräne Verkündung des Coming-outs von Thomas Hitzlsperger (MÄNNER-Archiv) gepriesen, sondern nach dem Orlando-Attentat (MÄNNER-Archiv) auf den schwulen „Pulse“-Club auch von der taz dafür gescholten, dass es ihm „sichtlich Unbehagen“ bereitet habe „Begriffe wie ’schwul‘ und ‚homosexuell‘ überhaupt auszusprechen“. Wie ist das also mit seiner Haltung gegenüber der deutschen Blockade der Ehe für alle (MÄNNER-Archiv)? Hat sie sich durch die Einführung der „Same-Sex Marriage“ in den USA, die ebenfalls in seine Korrespondentenzeit fiel, verändert?

Von den USA könnten wir uns eine Scheibe abschneiden anstatt uns mit Formaten herumzuschlagen, die nicht gleichberechtigt sind

„Ja, das ist auch ein Punkt, den ich in meinem Buch Fremdes Land Amerika versuche darzustellen“, so Zamperoni. „Es gibt in den USA vieles, dass im Argen liegt – Rassismus, Armut, etc. -, aber es gibt auch viele Dinge, die deutlich progressiver laufen als hier. Die Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen mit der heterosexuellen Ehe ist ein Beispiel dafür. (…) Die Entwicklung bei dem Thema ging ja ziemlich zügig. Davon könnten wir uns hier eine Scheibe abschneiden anstatt uns mit Formaten herumzuschlagen, die nicht wirklich gleichberechtigt sind.“

Klingt jetzt nicht nach Unbehagen. Es ist aber nur der Anfang eines Interviews mit Ingo Zamperoni, das in der Dezember-Ausgabe der MÄNNER zu lesen sein wird. Da bezieht er dann auch Stellung zu den Vorwürfen der taz. Aber jetzt sind wir erst mal gespannt auf die „Tagesthemen“-Rückkehr. Am 24. Oktober um 22.15 Uhr geht’s in der ARD los. Caren Miosga bat bei der Übergabe am Sonntag: „Seien Sie nett zu ihm!“ Wir geben uns Mühe!

Fotos: ARD (2), CL


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