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Der erste schwule Boxweltmeister?

Der Puerto-Ricaner Orlando Cruz will 2017 Boxgeschichte schreiben

UPDATE (26.11.2016) Heute soll es soweit sein: Der Puerto-Ricaner Orlando Cruz will im walisischen Cardiff der erste offen schwule Weltmeister im Boxen werden. Er fordert den ungeschlagenen Weltmeister der WBO im Leichtgewicht heraus, den Briten Terry Flanagan. „Ich will ein Ansporn für die Gay Community sein, indem ich World Champion werde“, kündigte Cruz an.

Orlando Cruz trägt nicht umsonst den Spitznamen „Das Phänomen“ – er ist auch wirklich eines. Nun hat der erste offen schwule Profiboxer verkünden lassen, dass er keine Ruhe geben wird, bevor er nicht sein größtes Ziel erreicht hat: Er will Weltmeister in seiner Gewichtsklasse, dem Federgewicht, werden.

Den Kampf widmete Cruz den Opfern des Massakers in Orlando

Auf einem guten Weg dorthin befindet sich Cruz spätestens, seitdem er im Juni einen wichtigen Titelkampf gewonnen hat, der ihm eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft ermöglichte. Den Kampf gegen seinen Kontrahenten Alejandro „Alex” Valdez widmete Cruz den Opfern des Massakers in Orlando – vier von ihnen kannte er persönlich. Cruz konnte wegen der Vorbereitungen auf den Kampf nicht an der Trauerfeier teilnehmen. Dafür besuchte er jedoch nach seinem Sieg das Pulse und übergab dem Team ein Paar Boxhandschuhe, „weil sie weiterkämpfen und ich stolz auf sie bin.”

Cruz ist Optimist

Nun will der Puerto-Ricaner erneut Geschichte schreiben und wird im Januar gegen Miguel Berchelt, den Weltmeister im Federgewicht antreten. Im Interview mit der Tageszeitung El Vocero gibt er sich dabei ziemlich optimistisch: „Ich bin jetzt 35 Jahre alt und fühle mich großartig. Ich weiß, dass mein Gegner mich hart angehen wird, aber ich bin gut vorbereitet und bereit, zu siegen und zum Weltmeister gekrönt zu werden. Ich konzentriere mich ganz darauf, der erste schwule Weltmeister in der Geschichte des Boxens zu werden.“

„Sie können mich nicht verletzen.“

Cruz hatte sein Coming-out im Jahr 2012. Der britischen Tageszeitung The Guardian gegenüber sagte er damals, er wolle endlich frei sein: „Sie nennen mich maricón (Schwuchtel), aber mir ist das egal. Sollen sie das eben sagen, sie können mich nicht verletzen. Ich bin entspannt und fühle mich glücklich. Aber ich musste sehr stark sein, um der Welt diese Nachricht zu überbringen.“ Wer sich von Cruz‘ Boxkünsten überzeugen wollte, konnte dies übrigens bereits vor seinem Kampf um den Weltmeistertitel tun. Am 8. Oktober gewann er gegen den Mexikaner Luis Sanchez.

Foto: Imago


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