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Lebensort Vielfalt ist preiswürdig

Der Hauptpreis wurde am 15. November bekannt gegeben

UPDATE (15.11.2016) Die Robert Bosch Stiftung hat das Projekt „LebensPhasenHaus – Ein Zuhause ein Leben lang” der Universität Tübingen mit dem Deutschen Alterspreis 2016 ausgezeichnet. Der mit 60.000 Euro dotierte Hauptpreis wurde im Rahmen einer feierlichen Verleihung mit Bundesministerin Manuela Schwesig in der Berliner Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung vergeben. Der mit 40.000 Euro dotierte zweite Preis geht an die Lebenstraumgemeinschaft Jahnishausen in Riesa, Sachsen. Das Hamburger Wohnprojekt für Senioren unterschiedlicher Kulturen Veringeck erhält den dritten Preis in Höhe von 20.000 Euro.

Die Menschen in Deutschland werden älter, bleiben gesünder und sind vor allem unternehmungslustiger. Das Alter wird dadurch zunehmend zu einer attraktiven und aktiven Lebensphase. Mit dem Deutschen Alterspreis zeichnet die Robert Bosch Stiftung deshalb die besten Ideen im und fürs Alter aus, in diesem Jahr unter dem Motto „Vielfältig Wohnen“. Eine Jury hat jetzt sieben Initiativen für den mit insgesamt 120.000 € dotierten Preis nominiert: Neben dem „Veringeck”, einem Wohnprojekt für Senioren unterschiedlicher Kulturen in Hamburg auch den Berliner „Lebensort Vielfalt”, den die Schwulenberatung betreibt.

Lebensort Vielfalt

Bernd ist 72, Robert 36: Zwei Freunde, die sich ohne das Wohnprojekt vielleicht nicht gefunden hätten (Foto: Jörn Hartmann)

Anfangs war in Berlin ein schwules Altenwohnprojekt geplant. Doch am Ende wurde der Lebensort ein Mehrgenerationenhaus. Zum Glück, sagt Bernd Gaiser, der dort lebt: „Wir haben festgestellt, dass ältere Schwule dazu neigen, sich zurückzuziehen und im eigenen Saft zu schmoren. Das kann man nur durchbrechen, wenn es ein vielfältiges Interessenspektrum gibt. Mit jüngeren Mitbewohnern schafft man mehr Anknüpfungsmöglichkeiten. Die Alternative wäre eine Gruppe, die nur ein Thema hat: ihr Alter, ihre Gebrechen, den zu erwartenden Tod.“ (Mehr über den Lebensort Vielfalt – MÄNNER-Archiv)

„Der Deutsche Alterspreis zeigt das große Engagement im und für das Alter und macht kreative Ideen sichtbar. Selbstständiges und selbstbestimmtes Wohnen so lange wie möglich ist Wunsch vieler älterer Menschen”, sagt Familienministerin Manuela Schwesig, Schirmherrin des Deutschen Alterspreises. „Die altersgerechte Gestaltung der Wohnung, eine funktionierende Nachbarschaft, die Einbindung sozialer oder pflegerischer Dienste oder die Schaffung innovativer gemeinschaftlicher Wohnformen – all dies sind Ansätze, wie auch im hohen Alter die notwendigen Hilfen bereitgestellt, eine selbstständige Lebensführung unterstützt und zugleich Möglichkeiten für eine Mitwirkung der Menschen gefördert werden können.”

Gesucht wurden Initiativen, die mit neuen Wohnkonzepten der Vielzahl unterschiedlicher Lebensentwürfe Rechnung tragen

Gesucht wurden Initiativen, die mit neuen Wohnkonzepten mehr Unabhängigkeit im Alter ermöglichen und der Vielzahl unterschiedlicher Lebensentwürfe Rechnung tragen. Dafür braucht es gute Ideen aus Architektur oder Technik und Menschen, die im Alter den Mut aufbringen, sich auf Neues einzulassen. Das zeigen die nominierten Projekte auf vorbildliche Weise: Sie sorgen dafür, dass technische Innovationen altersgerecht umgesetzt werden, schaffen neue Wohnangebote, die der Vielfalt unserer heutigen Gesellschaft gerecht werden und beweisen, dass man auch im Alter die Wohnumgebung aktiv mitgestalten kann.

2060: Jeder dritte Einwohner über 65

Der Hauptpreis und die beiden weiteren Preise werden am 15. November bei der Preisverleihung mit Familienministerin Schwesig in der Berliner Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung bekanntgegeben. Der Deutsche Alterspreis wird von der Stiftung seit 2012 jährlich an herausragende Initiativen und Einzelpersonen verliehen. Hintergrund für das Engagement der Robert Bosch Stiftung ist die demographische Entwicklung in Deutschland. Jeder dritte Einwohner wird im Jahr 2060 über 65 Jahre alt sein.

www.alterspreis.de

Titelbild: Schwulenberatung


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