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Mit Vollgas ins Mittelalter

Lesen bildet, sagt man. Man muss nur die richtigen Bücher lesen

Der Lippische Gemeinschaftsbund hat in dieser Woche zu seiner „96. Salzufler Glaubenskonferenz” eingeladen. Als Redner hat man sich den Prediger Johann Hesse aus Verden an der Aller eingeladen. Hesse ist Geschäftsführer des Gemeindehilfsbundes mit Sitz in Walsrode, Niedersachsen. Dieser „bundesweit tätige gemeinnützige Verein evangelischer Christen“, wie es auf der Homepage heißt, empfiehlt ein Leben, das sich nach Grundsätzen der Bibel richtet. Kurzer Blick auf den Kalender: Es ist 2016 – nach Christus.

Heilige Schrift als Norm für das Leben der Christen

„Der bewährte Grundsatz, daß allein die Heilige Schrift die Norm für den Glauben und das Leben der Christen sein soll, wird vielfach in den Kirchen und Gemeinden ungehindert verlassen. Die biblische Ethik, die zu einem neuen Leben aus der Kraft der Liebe Gottes ermahnt, wird in offiziellen kirchlichen Stellungnahmen wie z.B. zur Abtreibung und zur Homosexualität preisgegeben“, verkündet der Bund auf seiner Homepage.

Es ist eine große Not, dass die Kirche das segnet, was Gottes Wort als Sünde bezeichnet

Der Geschäftsführer der Ewigvorgestrigen sprach nun in Salzuflen über die Segung von Homopaaren, die bald in 19 von 20 Landeskirchen erlaubt ist (einzig Württtemberg ziert sich noch – MÄNNER-Archiv). Dies sei, wie die LZ berichtet „eine große Not für die Menschen, die von dieser Not der Homosexualität betroffen sind”. Und weiter: „Für die, die da herauskommen wollen, ist es eine große Not, dass die Kirche das segnet, was Gottes Wort als Sünde bezeichnet.” Dies raube den Menschen die Kraft, den „schweren Weg aus der Homosexualität” zu gehen.

Homosexualität in einem Topf mit Pädophilie und Sodomie

Wer hat diesen Mann eingeladen, fragt man sich? Nun, moderiert wurde der Abend von Pfarrer Matthias Köhler, der wiederum stellvertretender Vorsitzender des besagten Gemeindehilfsbundes ist. Der hatte zusammen mit seinem Kollegen Peter Busse Ende des vergangenen Jahren den Beschluss der Lippischen Landeskirche zur Segnung von Homopaaren vuerteit. In einer gemeinsamen Stellungsnahmen hieß es: „Wenn Homosexualität als berechtigter Weg zur Sexualität anerkannt wird, besteht dann nicht die Gefahr, dass in Zukunft auch andere Arten fehlgeleiteter Sexualität (Pädophilie, Polygamie, Sodomie…) als normal anerkannt, gefördert und „abgesegnet” werden?”.

Ehe und Familie ist europaweit so zu definieren, dass sie mit dem christlichen Menschenbild übereinstimmt

Ein Blick zur katholischen Konkurrenz gefällig? Der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke vor ziemlich genau zehn Jahren von Papst Benedikt XVI. ernannt, verkündete auf der Webseite seines Bistums, dass er die europäische Bürgerinitiative der „Demo für alle”-Frontfrau Hedwig von Beverfoerde unterstützt (MÄNNER-Archiv). „Vater, Mutter, Kind” setzt sich dafür ein, Ehe und Familie in der gesamten EU als rein heterosexuelle Angelegenheit zu definieren.

Mittelalter

Fotos: www.bistum-eichstaett.de/bischof, Screenshot: Gemeindehilfsbund TV

„Die Bürgerinitiative „Vater, Mutter und Kind“ möchte Ehe und Familie europaweit so definieren, dass sie mit dem christlichen Menschenbild übereinstimmt”, heißt es auf der Bistumsseite. „Ehe als Lebensbund von Mann und Frau, Familie als Gemeinschaft, die auf der Ehe basiert. Ich hoffe, dass viele Gläubige diese wichtige europäische Initiative unterstützen.”

Eine MÄNNER-Anfrage vom Sommer 2016 bei von Beverfoerde zum Stand der Unterschriftensammlung in Deutschland blieb bis heute unbeantwortet.

Titelbild: Shutterstock/Fer Gregory


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