160628 BRUSSELS June 28 2016 Romanian President Klaus Iohannis arrives for the EU summit m

Rumänischer Präsident fordert Akzeptanz

Klaus Johannis setzt sich für LGBTI und andere Minderheiten ein

Der rumänische Präsident Klaus Johannis, verlangte am Mittwoch, laut Washington Post, in einer Rede mehr „Toleranz und Akzeptanz” für Minderheiten in Rumänien. „Toleranz und Akzeptanz Anderen gegenüber, sind von grundsätzlicher Bedeutung für mich. Das sind die Grundwerte, an die ich glaube.” Johannis ist deutschstämmig und, ungewöhnlich für sein Land, ein strammer Lutheraner, gehört also selbst gleich zwei Minderheiten an. Der Präsident machte seine Bemerkungen berechnend, denn das Verfassungsgericht von Rumänien befindet sich im Moment in Beratungen darüber, ob Rumänien die Ehe zwischen einem U.S.-Amerikaner und einem Rumänen anerkennen muss.

Das Gericht will seine Entscheidung nächste Woche bekanntgeben

Claibourn Robert Hamilton, an amerikanischer Grafiker, und Adrian Coman, ein Menschenrechtsaktivist, haben 2010 in Belgien geheiratet und leben in den Vereinigten Staaten. Sie haben 2012 eine Petition beim Verfassungsgericht eingereicht, um ihre Ehe auch in Rumänien anerkennen zu lassen, wo sie bislang ungültig ist, weil sie in Rumänien arbeiten wollen, wenn das Land ihre Ehe juristisch bestätigt. Das Gericht will seine Entscheidung nächste Woche bekanntgeben, nachdem es sie schon zweimal verschoben hatte.

Religiöser Fanatismus hilft unserer Gesellschaft nicht

Die rumänisch-orthodoxe Kirche setzt alle Mittel ein, um die Anerkennung zu verhindern. Nachdem der Europäische Gerichtshof Rumänien im September letzten Jahres aufgefordert hatte, für die rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare zu sorgen, lancierte die Kirche eine Initiative, um die Ehe als „Gemeinschaft zwischen Mann und Frau” in der Verfassung festschreiben zu lassen. (MÄNNER-Archiv). Im Moment wird dort von „Eheleuten” gesprochen. Johannis positionierte sich hier gegenüber ausländischen Medien ungewöhnlich deutlich: „Religiöser Fanatismus hilft unserer Gesellschaft nicht. Wenn man als Christ zum Fanatiker wird, sendet das ein falsches Signal.”
Foto: Imago/Xinhua

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