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Schweiz: Zwei Drittel wollen Eheöffnung

Selbst ältere Schweizer sind deutlich für die Gleichstellung im Eherecht

Erst letzte Woche lief in der Schweiz der Versuch die Stiefkindadoption zu verbieten, einfach mal ins Leere, weil sich nicht genügend Menschen fanden, die dagegen Einspruch erheben wollten. (MÄNNER-Archiv) Jetzt gibt es schon die nächsten guten Neuigkeiten. Der Tagesanzeiger meldet, dass laut einer repräsentativen Umfrage der Schweizer LGBTI-Organisation Pink Cross 50 Prozent für die Stiefkindadoption sind und nur 39 Prozent sagen würden, „Ich bin dagegen”. Die eigentlich aufregende Zahl im Ergebnis der Befragung ist aber eine andere:  Die Öffnung der Ehe befürworten 69 Prozent und die Erweiterung des Antirassismusartikels, der Diskriminierung verbietet, auf Lesben, Schwule und Trans* sogar 86 Prozent der Befragten. 25 Prozent sind gegen die Öffnung der Ehe, sechs Prozent unentschieden.

Grafik: Pink Cross/Tagesanzeiger

Grafik: Pink Cross/Tagesanzeiger

Wie immer und überall sind Frauen mit 71 Prozent etwas mehr dafür als Männer, aber auch sind mit 66 Prozent zwei Drittel dafür. Selbst bei Schweizern über 65 Jahren würden der Eheöffnung noch 61 Prozent zustimmen. Allerdings gibt es Belange, bei denen die Schweizer negativ entscheiden würden: Beim vollen Adoptionsrecht gibt es 47 Prozent Gegenstimmen und 10 prozent sind unentschlossen. Heißt: Nur 43 Prozent aller SchweizerInnen* würden LGBTI auch nichtleibliche Kinder adoptieren lassen. Zustimmung kommt, wenig überraschend, vor allem aus dem linksliberalen Lager, in der eigentlich als fortschrittlich geltenden Bürgerlich-Demokratischen Partei (BDP) sind die Ansichten dagegen eher gespalten.

Der Weg zur Eheöffnung scheint auch politisch klar

Was deren stellvertretenden Präsidenten Lorenz Hess zwar überrascht, «Allerdings gab es bei uns immer schon Leute, die gesellschaftsliberalen Fragen skeptisch beurteilten. Es kann gut sein, dass es bei weiteren Anhängern zu einem Gesinnungswandel gekommen ist.» Trotzdem scheint der Weg zur Eheöffnung auch politisch klar. Der Gesetzentwurf dazu wurde von der GLP eingereicht,  von den Rechtskommissionen beider Kammern angenommen und liegt, laut Tagesanzeiger, derzeit bei Justizministerin Simonetta Sommaruga.

Bild: Imago/newspics

 


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