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Schwule in der Werbung? Ja, bitte!

Die Ergebnisse unserer Wochenumfrage sind eindeutig

Die wichtigste Frage der Woche lautete: Schafft es ein aus zwei Männern bestehendes Päärchen auf das Cover des russischen IKEA-Katalogs? Allerdings steckte IKEA selbst nur indirekt hinter diesem Foto. Denn während sich der Konzern in westlichen Ländern multikulturell und vielfältig gibt, neigt er in Russland dazu, sich selbst zu zensieren. Das Foto mit den beiden Jungs war deshalb nicht geplant entstanden, sondern Teil einer Werbekampagne, bei der Menschen in einer IKEA-Filiale an einem professionellen Fotoshoot mitmachen können. Wer sich fotografieren lässt, kann an einem Online-Wettbewerb teilnehmen: Das Foto mit den meisten Stimmen wird von IKEA für Werbezwecke genutzt. Hieß es jedenfalls. Denn am Ende der Woche lag das vielleicht ja schwule Päärchen zwar immer noch uneinholbar vorn, zuog seine Kandidatur nach weltweitem Medienecho auf die Aktion, angeblich freiwillig zurück. (MÄNNER-Archiv).

So hätte der IKEA-Katalog aussehen können. Schön, oder?

So hätte der IKEA-Katalog aussehen können. Schön, oder?

Damit war IKEA fein raus, denn: Hätten sie ihr Wort gehalten und das Foto für Werbezwecke genutzt, dürfte das in Russland so manchen Kunden vergraulen. Hätten sie das Foto zensiert, hätten sie international einmal mehr ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt. (MÄNNER-Archiv) Weil: Schwule Werbeträger gehören in vielen Teilen der Welt längst zum Alltag – oder sind zumindest auf dem Weg dorthin, etwas Alltägliches zu werden. Zuletzt haben das Apple und IKEA in den USA beweisen, in deren Spot für das neue iPhone 7 unter anderem auch ein schwules Pärchen zu sehen ist (MÄNNER-Archiv) und in deren Kampagne ein schwules Paar verkündet: „All families are created equal“. Aber auch jenseits der westlichen Welt, zum Beispiel in Indien (MÄNNER-Archiv), haben Unternehmen begonnen, die Community als Zielgruppe zu entdecken.

Auch jenseits der westlichen Welt haben Unternehmen begonnen, die Community als Zielgruppe zu entdecken.

Deswegen wollten wir wissen, ob Ihr Euch selbst auch von schwulen Werbeträgern angesprochen fühlt. Die Ergebnisse hätten nicht eindeutiger ausfallen können: Wer will, dass er von uns gesehen wird, tut gut daran, uns auch zu zeigen. 92,6 Prozent von Euch begrüßen Schwule in der Werbung, über die Hälfte möchte allerdings, dass dabei nicht mit Klischees gearbeitet wird. Verständlich, denn die bunten, lustigen Paradiesvögel, mit denen man Heteros amüsiert und zum Kauf von Produkten anregt, waren wir lange genug. Etwas mehr als fünf Prozent ist Selbstrepräsentation egal, es geht ihnen nur um das Produkt. Fast zwei prozent bleiben lieber unsichtbar. Nur zwei Teilnehmer, wussten nicht, was sie sagen sollten, und können sich deswegen hier noch einmal ansehen (MÄNNER-Archiv), was heutzutage so alles möglich ist.

 

Umfrage

Bild: IKEA USA/Russland


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