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Umfrage: Lesbischer Aufschrei?

Wie haltet Ihr es mit unseren lesbischen Schwestern?

Das Ganze kocht eigentlich schon seit Juli. (MÄNNER-Archiv) Da hatte sich der Schweizer Lesbenverband LOS zum ersten Mal darüber beschwert, dass Lesben in der medialen Berichterstattung über LGBTI viel zu wenig vorkommen: „Wir stellen mit Bedauern und Erstaunen fest, dass bei der Berichterstattung zur Diversität der LGBT-Organisationen die ganze Aufmerksamkeit auf eine einzige Organisation gelegt wird. Sicherlich hat sie einen großen Einfluss, weil sie über beträchtliche finanzielle Mittel verfügt“, schrieb LOS. Gemeint war und ist Pink Cross, der Schwulenverband des Landes, der in einem Bericht der Boulevardzeitung „Blick” auch wörtlich genannt wurde.

Wir haben genug von Schwulen, die Frauen anfassen

Am Wochenende ging es noch weiter. Seit mehreren Wochen läuft unter dem Hashtag #schweizeraufschrei eine erhitzte Diskussion über den allgemeinen Sexismus in der Schweiz, in den sich nun auch die LOS mit einer Pressemitteilung einschaltete, die sich gewaschen hatte: „Wir haben genug von Schwulen, die sich in Anwesenheit von Frauen vulgär ausdrücken und abfällige Kommentare zu weiblichen Genitalien machen. Wir haben genug von Schwulen, die Frauen anfassen und den Mangel an Respekt vor der körperlichen Integrität relativieren und legitimieren mit der Tatsache, dass sie schwul seien.“

Wer als Mann sozialisiert wurde, hat oft nicht das Gespür für Frauenthemen

Cordula Niklaus, Vizepräsidentin von Wybernet, dem Berufsnetzwerk für lesbische Frauen in der Schweiz, sagte der Aargauer Zeitung zum Thema: „Nur weil wir homosexuell sind, haben Lesben und Schwule noch lange nicht zu allen gesellschaftspolitischen Themen die gleiche Haltung. Wer als Mann sozialisiert wurde, hat oft nicht das Gespür für Frauenthemen und bringt diese also auch nicht ein.“ Beim Pride Festival in Zürich manifestiere sich das, indem die Schwulen den Schwerpunkt auf Kommerz legten und lesbische Frauen eher Politik in den Vordergrund stellten. Auch die finanzielle Situation von schwulen Organisationen sei oft viel besser, als die lesbischer Projekte.

Wir haben seit längerem begriffen, dass Homophobie und Transphobie stark mit Sexismus zusammenhängen

Viele schwule Männer in der Schweiz sind interessiert an einer Diskussion über Sexismus in der Community. Hannes Rudolph, Geschäftsführer der Homosexuellen Arbeitsgruppen Zürich (HAZ) bestätigt: „Wir haben seit längerem begriffen, dass Homophobie und Transphobie stark mit Sexismus zusammenhängen.“ Vor Frauenfeindlichkeit sei homosexuelle Männer genausowenig gefeit, wie heterosexuelle. „Dazu gehört auch eine Diversitätsfeindlichkeit, die es auch in der Community gibt“. Wir wollen wissen, wie die Situation in Deutschland ist: Wie lesbisch ist Euer Leben? Sind wir eine Community, oder brauchen lesben und schwule (auch) eigene Räume.

Die Umfrage ist bereits beendet!Hier die Ergebnisse:

Wie haltet Ihr es mit unseren lesbischen Schwestern?

Bild: Shutterstock/ loreanto


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