Gay men love

Württemberg diskriminiert weiter

Es stehe aber fest, dass die Synode das Thema Segnung von Homopaaren im kommenden Jahr erneut aufgreifen werde

Kirchliche Segnungen homosexueller Paare sollen künftig in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens möglich sein, im Einzelfall (MÄNNER-Archiv). Damit ist die württembergische Landeskirche nun die einzige in der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die diesen Segen verweigert. „In der württembergischen Landeskirche ist die Segnung von homosexuellen Partnerschaften in der Tat derzeit nicht möglich, es steht gleichgeschlechtlich liebenden Menschen aber offen, sich im Rahmen der Seelsorge segnen zu lassen. Dabei werden die Menschen gesegnet, nicht die Partnerschaft”, teilte Oliver Hoesch, der Sprecher der Landeskirche, auf MÄNNER-Anfrage mit.

Es gibt Menschen, die eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare für geboten halten und andere, die das nicht für möglich halten

„Die Diskussion, ob diese Ordnung verändert werden soll, führen wir seit geraumer Zeit, weil es dazu in unserer Landeskirche ein sehr breites Meinungsspektrum gibt. Es gibt Menschen, die eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare aus theologischen Gründen für geboten halten und andere, die das aus theologischen Gründen nicht für möglich halten. Deshalb gibt es in der Landeskirche seit Jahren eine – wie ich finde – konstruktive Diskussion dazu.

Dabei geht es übrigens dezidiert nicht um die Frage der Homosexualität an sich. Wir haben auch gleichgeschlechtlich liebende Pfarrerinnen und Pfarrer und Mitglieder – dazu hat unsere Landeskirche bzw. unser Landesbischof zahlreich und klar Position bezogen.”

Entscheidung im nächsten Jahr

Eine vernünftige, breite Diskussion sei die Voraussetzung für eine gute, breit getragene Entscheidung, so Sprecher Hoesch. „Denn entschieden wird darüber in unserer basisdemokratisch gewählten Landessynode. Es steht übrigens schon lange fest, dass die Synode das Thema im kommenden Jahr erneut aufgreifen wird. Mit welchem Ergebnis, wird sich dann zeigen.”

Unterdessen hat sich auch die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche zur Ankündigung der sächsischen Landeskirche geäußert.

„Im Alltag werden lesbische und schwule Paare von einer Pfarrerin oder einem Pfarrer und dem Kirchenvorstand abhängig sein. Die Segnung wird von der exklusiv heterosexuell verstandenen Trauung abgegrenzt, auch liturgisch. Es wird ein gesondertes Verzeichnis geführt, das Kirchenbuch bleibt den Homopaaren verschlossen. Das alles ist diskriminierend.”

Der Bischof spielt eine geradezu peinliche Rolle

Zudem hatte Pfarrer Thorsten Maruschke die Befürchtung geäußert, „dass Pfarrerinnen und Pfarrer, die zur Segnung bereit sind, unter Druck gesetzt werden.” Er halt es für gefährlich, wenn Bischof Rentzing von öffentlichen Segnungen abrät und damit Distanz zum Beschluss der eigenen Kirchenleitung sucht (MÄNNER-Archiv). Dazu Markus Gutfleisch von der Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche: „Dieser Bischof spielt eine geradezu peinliche Rolle, wenn er vor allem auf diejenigen schielt, die die Segnung ablehnen. Wir erwarten, dass er sein Willkommen nicht nur in Richtung der Konservativen in der Kirche spricht, sondern ebenso an uns Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen.“

Titelbild: Fotolia


4 Kommentare

  1. Andreas Heine

    Staune, dass selbst die Grünen keinen Einfluss ausüben konnten. BW ist sowieso eher als konservativ einzugliedern. Dort ist doch der Schwarzwald, also passend alles Hinterwäldler.Wie wärs mit Namensumänderungen: Hinterweädlertorte und Hinterweldlerschinken.

  2. Rainer von Steht

    Diese Kirche ist eine Schande für das Christentum , was haben da manche der Pfarrer studiert ,???? Ich habe ohne Kirche und Pfarrer ein ganz anderes Verständnis von Glaube , darin kommt liebe vor nicht Ablehnung und Ausgrenzung ,die Kirche taugt nicht um die Botschaft Jesu weiterzugeben ,

  3. Gerd Ahlert

    Wir wurden schon vor knapp 5 Jahren von einem evangelischen Pastor in einem Traugottesdienst in Münster gesegnet … aber vorher haben sich zwei Gemeindepfarrer direkt benachbarter Gemeinden verweigert …


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