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Erstes deutsches HIV-Institut eröffnet

Der "sexist scientist 2014" forscht mit seinen Kollegen an der Universität Duisburg-Essen an einem Impfstoff

Die Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen hat seit Freitag ein neues Institut. Es ist das erste für HIV-Forschung in Deutschland. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt Prof. Dr. Hendrik Streeck, ein international hoch geschätzter Experte, der 2015 an die Universität berufen wurde. Streeck und seine Kollegen werden am Institut vor allem die internationale Suche nach einem Impfstoff gegen das HI-Virus voranbringen. Weltweit wurden dazu in den letzten Monaten große Fortschritte gemacht (MÄNNER-Archiv).

Hendrik Streeck

Hendrik Streeck (Screenshot/YouTube)

Die UDE-Wissenschaftler beabsichtigen deswegen intensiv mit Partnern aus den USA, Afrika und Thailand zusammenzuarbeiten, um die vorhandenen Impfstoffe weiterzuentwickeln und zu testen. Ihr kurzfristiges Ziel ist es, die Impfstoff-Forscher in ganz Deutschland zu vernetzen, die Zusammenarbeit zu bündeln und Synergien zu schaffen. Langfristig soll ein HIV-Impfstoff „Made in Germany“ entwickelt werden. Auch deswegen kamen zur Institutseröffnung am 11. November 200 deutsche Gäste aus Wirtschaft und Politik, sowie Experten aus den USA. Deutsche Partner des Instituts sind unter anderem die Deutsche AIDS-Stiftung, die Schreiter Stiftung und die Bonner Operngala. Alle Beteiligten hoffen, noch viele weitere private Spender und Stiftungen für ihr Vorhaben zu interessieren, aber auch auf breite politische Unterstützung dafür.

2014 wurde Hendrik Streeck vom People-Magazin zum sexiest Wissenschaftler gekürt

Hendrik Streeck war vor seinem Ruf an die UDE neun Jahre in den USA tätig, unter anderem als Abteilungsleiter der HIV-Forschung bei der US-Armee. Und fing sich dabei auch eine völlig unwissenschaftliche Ehrung ein. 2014 wurde er vom People-Magazin zum „sexiest“ Wissenschaftler gekürt, einen Titel, den er mit einem Lächeln trägt. Gegenüber derwesten.de erklärt Streeck sein Engagement auch mit privaten Erfahrungen: „Ich erinnere mich sehr gut an eine Poolparty in Berlin bei der ein guter Freund plötzlich heftiges Fieber bekam. Ich arbeitete damals in einer HIV-Praxis, und am Montag war er Patient bei uns. In Berlin sind einige gute Freunde erkrankt … Dadurch wird’s auch persönlich.“

Ausriß aus dem People-Magazine

Ausriss aus dem People-Magazine

Auf die Frage, wie lange es seiner Meinung nach noch dauern wird, bis ein Impfstoff zu Verfügung steht, antwortet Streeck „Das kann man nicht sagen.“ Er ist aber guter Hoffnung, dass es nicht mehr lange dauert. Der Professor hat während seiner Arbeit beim US-Militär an der sogenannten „Thai-Studie“ mitgewirkt, der dritten bei der ein Impfstoff getestet wurde. Resultat: „Nach sechs Monaten waren 60 Prozent der Menschen geschützt“, allerdings nicht langfristig. Aber: Wäre der Schutz für ein Jahr effektiv gewesen, hätte man den Impfstoff wohl lizenziert.“ Genau daran, will Streeck mit seinem Team arbeiten.

Foto: Shutterstock/Gam1983

Ein Vortrag von Steeck an der Harvard-University:


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