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Homoadoption = Sklaverei

Auch in Österreich wird offenbar „frei von der Leber“ weg formuliert

UPDATE (15.11.2016) Der österreichische Abgeordnete Christoph Vavrik wird wegen einer umstrittenen Äußerung über das Adoptionsrecht für Homopaare in der laufenden Legislaturperiode sein Mandat abgeben. Dies teilte seine Partei NEOS via Twitter mit. Ein genauer Zeitpunkt wurde nicht genannt, Vavriks Rücktritt werde in „ein paar Wochen” erfolgen.

Der österreichische Nationalratsabgeordnete Christoph Vavrik ist 55 und Vater zweiter Kinder. Die liberale Partei NEOS, der er angehört, tritt für die Öffnung der Ehe ein. Die Adoption ist für Homopaare bereits erlaubt, und jetzt durfte erstmals ein schwules Paar ein Kind adoptieren (MÄNNER-Archiv). Genau das scheint Vavrik übel aufzustoßen. So schrieb er am Wochenende auf Facebook.

Adoption

Screenshot Facebook

Der Politiker löschte seinen Post recht schnell wieder, aber es scheint doch zu zeigen, wes Geistes Kind er ist (Auch EU-Kommissar Günter Oettinger traf kürzlich homophobe, sexistische und rassistische Äußerungen – MÄNNER-Archiv). Parteiintern lösten seine Äußerungen einen ziemlichen Wirbel aus. Vavrik entschuldigte sich darauf, wiederum via Facebook:

„Ich bitte um Verzeihung! Ich habe gestern Abend an dieser Stelle einen Artikel zu ersten Adoption in Österreich durch ein homosexuelles Paar kurz kommentiert. In der Eile und in der Verknappung auf einen Satz (ich saß mit Freunden im Lokal) habe ich sowohl die falsche Wortwahl als auch einen falschen historischen Bezug gewählt. Ich habe damit viele Menschen verletzt, ganz besonders schwule und lesbische NEOS Mitstreiter_Innen und Bürger_Innen. Das tut mir aufrichtig Leid. Ich möchte betonen, dass ich Homosexualität NICHT als eine „Abartigkeit“ betrachte (das Wort bezog sich auf die Adoption – aber wie gesagt, auch so habe ich mich arg vergriffen). Jede(r), der/die mich besser kennt, kann bezeugen, dass ich Homosexualität nicht werte, und schon gar nicht als Maßstab im beruflichen oder im privaten Umgang mit meinen Mitmenschen heranziehe. Ich wollte auch nicht die Fremdadoption durch gleichgeschlechtliche Paare mit der Sklaverei vergleichen. Da gibt es nichts zu vergleichen.

Das Beispiel mit der Sklaverei war eine grottenschlechte Wahl

Ich wollte feststellen, dass der heute relativ breite gesellschaftliche Konsens für die Fremdadoption durch gleichgeschlechtliche Paare eines Tages sehr wohl wieder in Frage gestellt werden könnte. Andere gesellschaftliche Institutionen, die wir heute bedingungslos verwerfen, genossen zu ihrer Zeit gesellschaftlichen Konsens. Aber wie gesagt, das Beispiel mit der Sklaverei war eine grottenschlechte Wahl. Sie erklärt sich weil mich das Thema emotional berührt, da ich selbst oft Zeuge sklavenähnlicher Zustände war. Sie ist damit aber nicht entschuldigt. Daher nochmals meine Bitte um Verzeihung für die verbale Entgleisung. Und meine Zusicherung, dass sie auf keinen Fall einer abwertenden Haltung gegenüber homosexuellen und lesbischen Mitmenschen entspringt.”

Österreichs Grüne fordern jetzt den Rücktritt Vavriks. „Homosexuelle Paare, die Kinder adoptieren, mit Sklaverei gleichzusetzen macht ihn rücktrittsreif”, schrieb der Sprecher der Wiener Grünen Joachim Kovacs.

Titelbild: Facebook


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