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Trump siegt – Kanada lockt

Die offizielle Seite der kanadischen Einwanderungsbehörde Citizenship and Immigration Canada brach in der Nacht zusammen

Schon die Präsidentschaftsvorwahlen im Frühjahr veranlassten etliche US-Amerikaner dazu, über eine Auswanderung nach Kanada nachzudenken – das zeigte eine Auswertung von Google Trends. Nach den Erfolgen der US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und Hillary Clinton am „Super Tuesday” suchten auffällig viele Amerikaner bei Google nach Auswanderungsmöglichkeiten. Vor allem das benachbarte Kanada erfreute sich hoher Beliebtheit. Die Anzahl der Anfragen stieg damals um 1.150 Prozent zum üblichen Niveau. Die meisten Suchanfragen wurden im US-Bundesstaat Massachusetts gestellt, wo sich Trump fast die Hälfte der Stimmen unter den Republikanern sichern konnte.

Fluchtgedanken wegen Präsident Trump

Seit sich heute in der Wahlnacht abzeichnete, dass Donald Trump wohl der 45. Präsident der Vereinigten Staaten wird, beschäftigen sich wieder viele US-Bürger mit Auswanderungsgedanken – so viele, dass die offizielle Seite der kanadischen Einwanderungsbehörde Citizenship and Immigration Canada www.cic.gc.ca zusammenbrach und seither nicht erreichbar ist. Das wurde heute Nacht mehrfach bei Twitter thematisiert.

Politik gegen Homorechte

Auswanderung

Screenshot Twitter

Wie viele Mitglieder der LGBTI-Gemeinde unter den Ausreisewilligen sind, wissen wir nicht. Aber Kanada als extrem homofreundliches Land ist natürlich eine beliebtes (und nicht allzu weit entferntes) Ziel, wenn man bedenkt, dass Trump nicht gerade als LGBTI-Freund gilt (er hat im Wahlkampf versprochen, die durchgesetzte Eheöffnung rückgängig zu machen – MÄNNER-Archiv) und sein Vize Mike Pence mehrfach Politik gegen Homorechte gemacht hat. Kanadas Premier Justin Trudau dagegen hisste am 1. Juni, dem Beginn des Pride-Monats in Kanada, die Regenbogenfahne vor dem Parlamentsgebäude in Ottawa (MÄNNER-Archiv): „Es ist absolut wundervoll, das zu feiern, indem wir zum allerersten Mal die Regenbogenfahne auf dem Parlament Hill wehen lassen.“

Unsere aktuelle Umfrage:

Die Umfrage ist bereits beendet!Hier die Ergebnisse:

Wirkt sich Trumps Sieg negativ auf die Situation für die LGBTI-Community aus?

Justin Trudeau in den Fußstapfen seines Vaters

Schon Trudeaus Vater Pierre hatte als kanadischer Premier- und Justizminister dafür gesorgt, dass einvernehmliche Homosexualität unter Erwachsenen in Kanada legalisiert wurde. Sein Sohn rehabilitierte im März dieses Jahres Everett George Klippert, den letzten Mann, der unter dem von seinem Vater abgeschafften Gesetz wegen homosexueller Handlungen zu einer Haftstrafe verurteilt worden war. Auch auf dem Pride hat er eine neue, LGBTI-freundliche Politik angekündigt, an der die Regierung gerade arbeitet: Kanadische Ausweise werden vielleicht bald geschlechtsneutral sein. Heißt: Das Geschlecht wird nicht mehr eingetragen.

Titelbild: studiolaska / Shutterstock.com


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