Pomm Duck and Circumstance

Immer am Ball bleiben

Der Berliner Presseball soll wachgeküsst und als Tradition fortgeführt werden

Hildegard Knef hat sich dort ebenso gezeigt wie Marlene Dietrich und die Homoprominenz der Hauptstadt. In 145 Jahren Berliner Presseball hat sich auch der eine oder andere Kanzler und Bundespräsident nebst Gattin dort blicken lassen. Die bisher letzte Ausgabe vor zwei Jahren fiel allerdings ziemlich „desolat“ aus, von einem „totalen Absturz“ der Veranstaltung spricht Mario Koss. Der Erfinder, Komponist und Produzent will dem Ball zu neuem Glanz verhelfen und nimmt Planung und Organisation in die Hand. Ihm ist es ernst: Nicht nur für 2017, auch für 2018 steht der Termin schon fest.

Der Presseball darf ruhig ein bisschen balla balla sein

„Es gab so viele Galaveranstaltungen und Bälle in Berlin“, schwärmt der Ur-Berliner von alten Zeiten. „Besonders den legendären Tuntenball fand ich immer faszinierend.“ Auch der Presseball darf ruhig „ein bisschen balla balla“ sein, findet Koss. In jedem Fall müsse das älteste derartige Event in Deutschland, das Politiker, Meinungsmacher, Wirtschaftsgrößen, Verleger und Showstars zusammenbringt und früher auch mal im Berliner Reichstag oder in der Staatsoper Unter den Linden stattfand, wachgeküsst und als Tradition fortgeführt werden. Dazu gehört auch eine Tombola. Mit dem Kauf von Losen unterstützen die Gäste zur Hälfte die Organisation Reporter ohne Grenzen und die Kinder- und Jugendhilfe Kinder in Gefahr.

Berliner Presseball
Dass mit MÄNNER ein schwules Medium als Kooperationspartner dabei ist, war Koss’ Idee – und ist eine Premiere. „Ich bin ein absoluter Querdenker und sehe viele Sachen anders“, sagt er. „Nicht nur die Presse- und Meinungsfreiheit ist ein wichtiger Aspekt, auch die Akzeptanz von Schwulen und Lesben. Die Community gehört für mich als Bereicherung zu einem Ball.“
Da trifft es sich gut, dass auf den Plakaten eine Reihe von Stöckelschuhen in den Farben des Regenbogens zu sehen ist. Auch wenn das Symbol eher zufällig gewählt wurde – „nach meinem Bauchgefühl“, sagt Koss. Schön, wenn so ein Bauchgefühl, anders als bei der Kanzlerin, auch mal Richtung LGBTI-Community ausschlägt.

Berliner Presseball:

14. Januar 2017, Maritim Hotel Berlin
Mit: Schiller, SWR Big Band, Mungo Jerry („In the Summertime“) u. v. m.
Infos & Tickets: www.presseball.de

Titelbild: Peter Lauer


3 Kommentare

  1. Michael Sadewater

    Was bringt es der Community, wenn wir auf einem aufgeblasenen Promi-Event berücksichtigt werden? Ich meine, es werden wohl kaum Stimmen lauter, die Ehegemeinschaft von LGBTI-Menschen als vollwertig anzuerkennen oder uns als normale Personen in der Gesellschaft anzuerkennen, ohne unsere Sexualität dauernd hinterfragen zu müssen.


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