Real Madrid s Portuguese forward Cristiano Ronaldo L argues with Koke of Atletico Madrid during th

„Eine Schwuchtel mit viel Geld”

Der Tag im Zeitraffer (21.11.2016)

Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo vom spanischen Rekordmeister Real Madrid soll am Wochenende beim Spiel gegen Atlético Madrid von der gegnerischen Mannschaft homophob beleidigt worden sein. Madrid hatte 3:0 gewonnen – dank Ronaldo, der alle drei Tore geschossen hatte. Der spanische Schwulen- und Lesbenverband Arcópoli fordert in einem heute veröffentlichten Brief an die Profiliga LFP die Aufnahme von Ermittlungen wegen mutmaßlicher Beleidigungen. Nach Medienberichten wurde Ronaldo unter anderem von Jorge Resurrección Merodio (genannt Koke) als Schwuchtel beschimpft. Ronaldo soll darauf gesagt haben: „Eine Schwuchtel mit viel Geld, Arschloch!”

Der Schwulenverband fordert jetzt eine Untersuchung des Vorfalls. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, müsse die Anti-Gewalt-Kommission des spanischen Parlaments eingeschaltet werden.

Die homophobe Hetzjagd gegen Ronaldo in der 1. Liga sei nicht neu, hieß es (es gibt allerdings auch immer wieder Gerüchte, dass Ronaldo schwul ist – MÄNNER-Archiv), und könne nicht so weitergehen. „Es scheint so, als würden weder die Spieler noch die Klubs diesem Phänomen, das den Hass fördert, Bedeutung beimessen.” Der Fußball, so Arcópoli-Koordinator Yago Blando, sei immer noch einer der unsichersten Bereiche für Schwule oder für Menschen, die man dafür hält. Das zeigen auch die Morddrohungen gegen einen schwulen Schiedsrichter in Spanien (MÄNNER-Archiv)

Fillon gewinnt französische Vorwahl

François Fillon (französischer Premierminister von 2007 bis 2012) zog bei der ersten Runde der Vorwahlen der Republikaner (UMP) in Frankreich überraschend deutlich an der Konkurrenz vorbei und erhielt rund 44 Prozent der Stimmen. Der zuvor als Favorit gehandelte Alain Juppé kam auf etwas mehr als 28 Prozent. Deutlich dahinter (20 %) lag Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Der hatte im Wahlkampf angekündigt, die Eheöffnung in Frankreich zurückzunehmen. Dass Sarkozy nun raus ist, ist aber noch lange kein Grund zur Entwarnung für die LGBTI-Gemeinde in Frankreich.

Die Bilanz Fillons spricht nicht für ihn. So stimmte er im Jahr 1981 im Parlament gegen einen Antrag, Homosexualität nicht mehr zu bestrafen. (Im Folgejahr wurde das Schutzalter für homosexuelle Beziehungen einheitlich auf 15 Jahre festgesetzt.) Auch die Eheöffnung bekam seine Stimme im Parlament nicht – und er hatte in seiner Ablehnung die Unterstützung der katholische Kirche. Als Verfechter christlicher Familienwerte setzt er sich auch gegen künstliche Befruchtung von Single Frauen oder lesbischen Paren ein (MÄNNER-Archiv).
Hedwig Freifrau von Beverfoerde ist Miss Homophobia 2016

Es war keine leichte Wahl: Gabriele Kuby gegen Birgit Kelle gegen Hedwig Freifrau von Beverfoerde. Alle drei wurden von den Aktivisten von Enough is Enough ins Rennen um den zweifelhaften Titel der Miss Homophobia geschickt. Denn was sie eint, ist der Kampf gegen Gleichstellung, Vielfalt sowie eine offene und tolerante Gesellschaft. Gewonnen hat Hedwig von Beverfoerde, Organisatorin der „Demo für alle“, die gegen Schulaufklärung protestiert (MÄNNER-Archiv). Damit verteidigt sie ihren Titel, den sie bereits letztes Jahr verliehen bekommen hat (MÄNNER-Archiv). In einer Internet-Abstimmung erhielt sie fast jede zweite Stimme.

„Wir wissen, dass weder die Auswahl der Kandidatinnen noch die Abstimmung repräsentativ ist. Trotzdem zeigt das deutliche Ergebnis, wie groß die Sorge innerhalb der LGTBI*-Community über die Ressentiments sind, die durch das Umfeld der „Demo für alle“ kultiviert werden“, sagt Alfonso Pantisano von Enough is Enough zur Wahl. „Kampfbegriffe wie ‚Frühsexualisierung‘ werden heute ganz selbstverständlich in der politischen Debatte benutzt, obwohl die damit verbundenen Vorwürfe und Szenarien rein konstruiert sind und mit der tatsächlichen Situation nichts zu tun haben. Weder sollen in deutschen Schulen Kinder ‚sexualisiert‘ werden, noch geht es darum, für Homosexualität zu werben‘“, ergänzt Pantisano (MÄNNER-Archiv).

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Titelbild IMAGO/Agencia EFE


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