March 3 2016 Oxon Hill MD United States of America Kathleen Troia KT McFarland FOX News natio

Der Albtraum geht weiter

Trump besetzt hohen Posten mit Kathleen Troia McFarland, die ihren an AIDS-erkrankten Bruder outete

Donald Trump, der gewählte Präsident der USA, hat zwar öffentlich bekanntgegeben, dass er persönlich nicht die Absicht hat, die Fortschritte bei den Rechten für LGBTI, die unter Präsident Barack Obama erreicht worden sind, rückgängig zu machen (MÄNNER-Archiv), besetzt Posten in seiner zukünftigen Regierung allerdings immer wieder mit Menschen, die offen homophobe Einstellungen haben. Nachdem er in der letzten Woche Betsy Devos zur Bildungsministerin machte (MÄNNER-Archiv), deren Familie von Unterstützern von Anti-LGBTI-Gesetzgebung nur so wimmelt, hat er sich für den Posten seiner stellvertretenden Beraterin in Fragen der nationalen Sicherheit nun Kathleen Troia McFarland ausgesucht. Die hat eine homophobe Familiengeschichte der ganz besonders scheußlichen Art, auf die ein Reporter der Zeitschrift Washington Blade seine Leser noch einmal aufmerksam machte, nachdem McFarlands Berufung auf ihren zukünftigen Posten bekannt wurde.

Ein anderer ihrer Brüder beschrieb McFarland gegenüber der Presse als „einfach nur bösartig”

Er grub ein Profil der Politikerin aus, das 2006 im New York Magazine erschienen war, in dem beschrieben wurde, was McFarland 1992 ihrem schwulen Bruder antat: Sie outete ihn gegenüber ihren Eltern, während er an den Folgen von AIDS starb. Der Artikel zitiert einen Brief an ihre Eltern, in dem McFarland schreibt: „Habt ihr euch je überlegt, warum ich nie etwas mit Mike zu tun habe, und warum ich meinen Töchtern nie erlaubt habe, ihn zu sehen, obwohl er nur fünfzehn Minuten weit weg von uns wohnt? Er ist schon sein ganzes Leben homosexuell, und die meisten seiner Beziehungen waren flüchtige, unbedeutende One-Night-Stands.” Sie schrieb außerdem, dass „sie es nicht ertragen konnte, dass er schwul war” und fasste die letzten Jahre im Leben ihres Bruders gegenüber dem Reporter mit, „er wurde krank, und dann ist er gestorben” zusammen. Mehr kann sie eigentlich auch nicht wissen, denn sie brach den Kontakt zu ihm weitgehend ab, als sie erfuhr, dass er HIV-positiv war. Sie sagte gegenüber Reportern später, sie habe den Brief nur geschrieben, weil ein Therapeut ihr dazu geraten habe, mit dem sie seinerzeit versucht haben will, den körperlichen Missbrauch durch ihren Vater aufzuarbeiten. Ihre Eltern und Geschwister bestreiten, dass dieser Missbrauch je stattgefunden hat und ein anderer ihrer Brüder beschrieb McFarland gegenüber der Presse als „einfach nur bösartig”. US-Medien nennen sie schlicht „ein Monster”.

Ein offen schwuler Mann in New York, der gerne Sex hat und eine unterbewusst homophobe Republikanerin im Pentagon

Sie machte die Ereignisse in ihrer Kindheit auch für die Art verantwortlich, wir ihr Bruder seine Homosexualität auslebte: „Ich lebte so, dass ich mit meinen Kindern im Central Park spazieren ging und er war einfach offen schwul – und machte da auch nicht mal ein Geheimnis draus.  Damit hatte ich auch kein Problem, ich liebte ihn. Aber um seinen zunehmend promisken Lebensstil, von dem er auch offen sprach, machte ich mir zunehmend Sorgen. Das machte mich einfach sehr traurig.” Woher dieses Verhalten stammte, wusste sie auch: Angeblich wurde auch das Sexleben ihres Bruders von dem Missbrauch in ihrer Kindheit beeinflusst. „Ich glaube schon, dass der Missbrauch zu diesem riskanten Verhalten, diesem promisken – ich will hier jetzt nicht selbstzerstörerisch sagen, aber mir fällt gerade kein anderes Wort ein – Verhalten, beigetragen hat. … Es hat ihn wohl nicht schwul gemacht, er war immer schon schwul. Aber dieses Zeug hinterlässt emotionale Narben bei jedem und beeinflusst jeden unterschiedlich.” Ein offen schwuler Mann in New York, der gerne Sex hat und eine homophobe Republikanerin im Pentagon. Größer können Unterschiede kaum sein.

McFarland arbeitete hauptsächlich als Expertin für innere Sicherheit für den TV-Sender Fox News

Heute bedauert McFarland ihr Verhalten. „Es gehört zu den Dingen, die ich in meinem Leben am meisten bereue, in seinen letzten Monaten nicht bei ihm gewesen zu sein.” Ihr Bruder starb 1995, in seiner Todesanzeige in der New York Times werden drei langjährige Partner erwähnt. Als die erschien hatten die Geschwister seit mehr als zwei Jahren nicht miteinander gesprochen.  Der Artikel im New York Magazine, indem all das nachzulesen ist, erschien im Zusammenhang mit McFarlands Wahlkampf um den Senatoren-Posten von New York den Hillary Clinton 2006 inne hatte. McFarland verlor schon in den Vorwahlen. Seitdem arbeitete sie hauptsächlich als Expertin für innere Sicherheit und Kommentatorin für den TV-Sender Fox News. Diesen Posten bekam sie, wie ihren zukünftigen, weil sie unter Präsident Ronald Reagan als Sicherheitsexpertin im Pentagon gearbeitet hatte, wo sie unter anderem für seine berühmte „Star Wars”-Rede mit verantwortlich zeichnete, die in den achtziger Jahren Teil des globalen Wettrüstens war.

Foto: Imago/ZUMA Press


12 Kommentare

  1. Friedrich Wichmann

    Wenn ich die Nachrichten um die Wahl Trumps verfolge, wenn ich lese, wen er in sein Kabinett lotst, fällt es mir schwer zu glauben, dass die Amerikaner a) diese Wahl ernsthaft durchführten und b) Trump wirklich mindestens 4 Jahre lang Präsident dieses einst so beneidenswerten Staates bleiben soll.

  2. Andreas Heine

    Man kann nicht von allen verlangen, dass sie uns verstehen. Schlimm wenns die eigenen Geschwister (hierbei die Schwester) sind. New York kann froh sein, dass sie es nicht geworden ist, denn dadurch hätte die Stadt viel Farbe verloren. So was kann Trump gebrauchen aber Amerika??

  3. Manfred Barmer

    Noch ist es nicht kaputt – noch haben diese Cerebralstenosen nichts zu sagen. Aber – Die USA sind auf dem Weg dahin, dass viele Menschen nicht mehr in dieses Land wollen – oder dann weg wollen…


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