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Der Berner Stadtrat wird queer

Bei der Wahl am Wochenende wurde über 10 Prozent LGBTI-Mitglieder gewählt

Bern hat 80 offizielle Gesichter. Die sitzen im Stadtrat. Und der sieht seit dem Wochenende deutlich jünger, linker und queerer aus. Da wurde für die Legislaturperiode 2017 – 2020 gewählt. Elf der neuen Abgeordneten sind LGBTI, also über 10 Prozent von allen. Unter ihnen ist auch Mohamed Abdirahim. Eine beeindruckende Zahl. Die queere Community in Bern freut sich laut „Homosexuelle Arbeitsgruppen Bern“ auf eine „tolle Zusammenarbeit“. Das Rot-Grün-Mitte-Bümdnis (RGM) hält mit 43 Sitzen die neue, stabilere Mehrheit, vor vier Jahren war deren Mehrheit mit 41 Sitzen sehr viel knapper ausgefallen. Die dominierende Partei innerhalb des RGM sind mit 24 Sitzen die Sozialdemokraten, die vor allem mit den Jungsozialisten deutlich zulegen konnten.
Der Verlierer der Wahl ist eindeutig die Bürgerlich Demokratische Partei
Die Grüne Freie Liste und das Grüne Bündnis erhalten acht beziehungsweise neun Sitze und haben auch leicht zugelegt. Viele hatten mit mehr gerechnet. Der Verlierer der Wahl ist eindeutig die Bürgerlich Demokratische Partei (BDP) Sie verlor vier von sieben Sitzen. Die religiösen Mittepartei EVP und CVP hielten je zwei Sitze.  Die Freisinnigen gewannen einen von neun Sitzen dazu. Die vormals größte Partei im Berner Stadtparlament hat damit wieder Boden gutgemacht, nachdem sie 2012 mit 10 Prozent das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren hatte. Bern ist für seine progressive Bürgerpolitik bekannt. Einen Antrag zum Atomausstieg für das Stromnetz der gesamten Stadt erhielt vor kurzem 63 Prozent Zustimmung. Auch eine Kontinuität in der eher linken Flüchtlings- und Queer-Politik von Bern ist durch den Ausgang der Wahlen wohl sichergestellt.
Lasst uns als offene und menschenfreundliche Stadt als gutes Beispiel vorausgehen
Erst vor zwei Wochen war Bern dem Bündnis der Regenbogen-Städte beigetreten. (MÄNNER-Archiv) Im „Rainbow Cities Network”, das 2013 in den Niederlanden gegründet wurde, schließen sich europäische Städte mit dem Ziel zusammen, auf lokaler Ebene die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität zu bekämpfen. Zu den Maßnahmen gehört, die Anliegen von LGBT-Menschen sichtbar zu machen und in der lokalen Politik zu berücksichtigen sowie die Gewährleistung des gleichen Zugangs zu öffentlichen Dienstleistungen und die Schaffung eines Klimas des Respekts in der Bevölkerung. Im Berner Stadtrat stimmten 53 Mitglieder für den Beitritt, zehn dagegen. Damit werde nicht nur ein wichtiges Zeichen gesetzt, erklärten die Unterstützer – es würden auch aktiv die Anliegen der LGBTI-Bevölkerung in der Politik integriert. „Lasst uns als offene und menschenfreundliche Stadt als gutes Beispiel vorausgehen”, sagte Leena Schmitter vom Grünen Bündnis, GB.
Foto: Homosexuelle Arbeitsgruppen Bern

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