Feb 24 2015 Manchester Greater Manchester UK UK trials have shown that a daily dose of HIV t

„Die Zeit ist reif für die PrEP!”

Die deutschen HIV/AIDS-Organisationen veröffentlichen gemeinsamen Appell

In einem gemeinsamen Appell sprechen sich kurz vor dem Welt-Aids-Tag am 1.Dezember die HIV/Aids-Organisationen in Deutschland für die Einführung der  so genannten Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) aus. Die Initiatoren fordern die Bundesregierung und den Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (G-BA) auf, so schnell wie möglich die nötigen Maßnahmen einzuleiten. Sie finden, „Die Zeit ist reif für die Einführung der medikamentösen HIV-Prophylaxe in Deutschland. Sie könnte helfen, die Zahl der HIV-Neuinfektionen nachhaltig zu senken.” Bei einer PrEP wird das HIV-Medikament Truvada vorbeugend eingenommen. (MÄNNER-Archiv) Es verhindert dann eine HIV-Infektion sehr zuverlässig. In Deutschland kommt die PrEP vor allem für schwule und bisexuelle Männer mit häufigen ungeschützten sexuellen Kontakten in Frage – eine überschaubare Gruppe, in der aber ohne diese Schutzmöglichkeit häufig HIV-Infektionen stattfinden.

Die PrEP ist für die meisten Menschen faktisch nicht verfügbar

Seit Oktober ist Truvada in Europa als PrEP für Menschen mit besonders hohem HIV-Risiko auch in Deutschland verordnungsfähig. Die Krankenkassen haben jedoch erklärt, für die Kosten nicht aufzukommen. Damit ist die PrEP für die meisten Menschen faktisch nicht verfügbar. Denn eine Monatspackung kostet 820 Euro. Andere Länder gehen viel progressiver mit dem Medikament um. (MÄNNER-Archiv) Die am Appell beteiligten Organisationen fordern, dass die PrEP von den Krankenkassen zuverlässig erstattet werden muss. Zu diesem Zweck müssen das Infektionsschutzgesetz oder die Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses angepasst werden. Außerdem wollen die Unterzeichnenden erreichen, dass der aktuelle und künftige Hersteller PrEP-Medikamente zu einem sehr viel niedrigeren Preis anbieten. In der Herstellung ist es billig. Die Preissenkung ist der Schlüssel zum Einsatz der PrEP in der  Prävention.

Mit der PrEP können wir die Erfolge der HIV-Prävention in Deutschland ausbauen

Dazu erklärt Prof. Dr. Georg Behrens, Präsident der Deutschen AIDS-Gesellschaft: „Mit der PrEP können wir die Erfolge der HIV-Prävention in Deutschland ausbauen. Sie bewahrt Menschen vor HIV und kann damit auch Folgekosten für das Gesundheitssystem sparen. Zugleich verhindert ein regulärer Zugang, dass Menschen sich die PrEP auf eigene Faust beschaffen und sie ohne ärztlichen Beistand anwenden, womit erhebliche Risiken verbunden sind.“ Dr. Knud Schewe, Sprecher des Vorstandes der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä) erläutert: „Im Praxisalltag erleben wir immer wieder Menschen, die sich vor HIV schützen möchten, denen der Schutz mit Kondomen aber nicht immer gelingt. Endlich können wir auch diesen Menschen etwas anbieten. Aus ärztlicher Sicht können wir es nicht länger verantworten, sie abzuweisen. Das Ergebnis sind vermeidbare HIV-Infektionen.“

Die PrEP wird das Kondom nicht ersetzen

Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe, betont: „Die PrEP wird das Kondom nicht ersetzen, es bleibt für die meisten Menschen das einfachste Mittel, sich vor HIV zu schützen und reduziert das Risiko anderer Geschlechtskrankheiten. Manche Menschen aber brauchen die medikamentöse Prophylaxe, um HIV-negativ zu bleiben. Die PrEP muss daher ein weiterer Baustein der HIV-Prävention werden.“ Die Gründe, warum Menschen der Schutz mit Kondomen nicht gelingt, können vielfältig sein. Sexuelles Verhalten ist oft nicht rational steuerbar, starke Gefühle wie Leidenschaft oder Angst können ebenso eine Rolle spielen wie verinnerlichte Handlungsmuster, Selbstwertprobleme, Alkohol und Drogen oder Erektionsprobleme bei Kondomgebrauch. Die Verfasser des Appells wissen sich in ihrer Forderung nach der PrEP einig mit der WHO und UNAIDS. In immer mehr Ländern ist die PrEP bereits im Einsatz, darunter die USA und Frankreich.

Hier der APPELL


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