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Italien bebt wegen Lebenspartnerschaft

Die Äußerungen von Radio Maria gehen sogar dem Vatikan zu weit

Immer wieder wurde Italien in den vergangenen Tagen von einer Serie von Erdbeben erschüttert. Seit dem verheerenden Erdstoß am Sonntag, der schwere Schäden verursachte, haben viele Nachbeben das betroffene Gebiet erneut erschüttert. Ein Erdbeben der Stärke 6,6 hatte vor einer Woche die Regionen Umbrien und Marken erschüttert, ihm folgten mehr als 1.100 Nachbeben. Nach Behördenangaben waren mehr als 100.000 Menschen von dem Erdstoß betroffen. Tote gab es nicht, auch weil nach ersten Beben die gefährdeten Stadtzentren evakuiert worden waren. Bereits im August war Mittelitalien von einem Beben der Stärke 6,1 heimgesucht worden, fast 300 Menschen starben.

Dafür gibt es zwei Erklärungen. Die vernünftige heißt Apulische Platte, auch „Apulischer Sporn” genannt, der vor 60 Millionen Jahren hauptverantwortlich die Alpen aufgefaltet hat. Auf dieser kleinen Erdplatte liegt der größte Teil Italiens. Sie wirkt in der weiteren Umgebung wie eine Art Meißel, der gegen die Alpen drückt: Von Süden her schiebt die Afrikanische Kontinentalplatte gegen die Apulische Platte, die den Druck in Richtung Norden weitergibt.

Erdbeben in Italien: Strafe für die Sünden der Menschen

Die andere Erklärung lautet: Es ist die Strafe Gottes für die Einführung der eingetragenenen Partnerschaften in Italien im vergangenen Mai (MÄNNER-Archiv). So sieht man es jedenfalls bei Radio Maria, einem rechtsgesinnten Radio mit über 1,3 Millionen Facebook-Fans: In den Augen des Dominikanischer Bruders John Cavalcoli sind die Beben die Strafe für die Sünden der Menschen.

Vatikan: Äußerungen sind verletzend und skandalös

Das ging sogar dem Vatikan zu weit, der die Äußerungen „verletztend“ für Gläubige und „skandalös“ für Nicht-Gläubige nannte. Solche Ansichten seien heidnisch und hätten nichts zu tun mit Katholische Theologie, ließ Kurienerzbischof und Substitut des Vatikanischen Staatssekretariates Angelo Becciu wissen, ein Vertrauter von Papst Franziskus. Laut Becciu steht Radio Maria schon eine Weile wegen antisemitischer Äußerungen in der Kritik. Es müsse senien Ton mäßigen und sich an der kirchlichen Botschaft der Gnade orientieren (Der Vatikan kennt allerdings selbst keine Gnade, wenn es um schwule Geistliche geht – MÄNNER-Archiv)

Cavalcoli bleibt bei seiner Sicht

Cavalcoli bleibt allerdings bei seiner Interpretation der Erdbeben: Man müsse nur den Katechismus lesen, meint er. Die Radiostation hat auf ihrer Webseite unterdessen eine Erklärung veröffentlicht, wonach die Äußerungen des Bruders zum Erdbeben in Italien nicht die Sicht der Station wiedergebe. An eine Entlassung hat man offenbar noch nicht gedacht.

Titelbild: Imago/Pacific Press Agency


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