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Gegner der Eheöffnung als Präsident?

François Fillon gewinnt erste Runde der Vorwahlen

Da haben sich die Meinungsforscher mal wieder gründlich vertan (Bei der US-Wahl waren sie von einem Sieg Clintons ausgegangen; seit Trumps Sieg ist die LGBTI-Community in großer Sorge – MÄNNER-Archiv). François Fillon (französischer Premierminister von 2007 bis 2012) zog bei der ersten Runde der Vorwahlen der Republikaner (UMP) in Frankreich überraschend klar an der Konkurrenz vorbei und erhielt rund 44 Prozent der Stimmen. Der zuvor als Favorit gehandelte Alain Juppé kam dagegen nur auf rund 28 Prozent. Mit mehr als sieben Prozentpunkten deutlich dahinter lag Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Der hatte im Wahlkampf angekündigt, die Eheöffnung in Frankreich zurückzunehmen. Dass Sarkozy nun raus ist, ist aber noch lange kein Grund zur Entwarnung für die LGBTI-Gemeinde in Frankreich.

Gegen Ehe für alle, gegen künstliche Befruchtung

Die Bilanz Fillons spricht nicht für ihn. So stimmte er im Jahr 1981 im Parlament gegen einen Antrag, Homosexualität nicht mehr zu bestrafen. (Im Folgejahr wurde das Schutzalter für homosexuelle Beziehungen einheitlich auf 15 Jahre festgesetzt.) Auch die Eheöffnung bekam seine Stimme im Parlament nicht – und er hatte in seiner Ablehnung die Unterstützung der katholische Kirche. Als Verfechter christlicher Familienwerte setzt er sich auch gegen künstliche Befruchtung von Single-Frauen oder lesbischen Paren ein.

Am kommenden Sonntag findet die Stichwahl zwischen Fillon und Juppé (der sich – anders als Fillon – für ein Adoptionsrecht für Homopaare ausgesprochen hat) statt. Wenn sich Fillon durchsetzt, trifft er bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen am 23. April 2017 auf Marine Le Pen vom rechtsextremen homophoben Front National.

2017 werde ich für die Familie stimmen

Mehrere Tausend Franzosen haben im Oktober in Paris „für die Familie“ demonstriert (MÄNNER-Archiv). Die sehen sie in Gefahr vor allem durch die 2013 geöffnete Ehe. Eine Familie besteht ihrer Ansicht nach aus Vater, Mutter und Kind(ern). Auf der Straße waren viele Familien mit ihren Kindern und ältere Menschen. Ihr Protest stand unter dem Motto „2017 werde ich für die Familie stimmen“ –  das bezieht sich auf die bevorstehende Präsidentschaftswahl. (Der Pariser CSD war wegen Terrorgefahr in diesem Jahr ein Hochsicherheits-Pride – MÄNNER-Archiv)

Gegen Ehe für alle, gegen Leihmutterschaft

Organisiert wurde die Demonstration von der ultrakonservativ-katholischen Bewegung La Manif pour tous (deren deutsche Entsprechung die Demo für alle ist). Deren Anhänger hatten schon 2013 vor der Öffnung der Ehe zu Zehntausenden protestiert. Die Vorsitzende Ludovine de la Rochère warf dem amtierenden Präsidenten François Hollande vor, die traditionelle Familie zu gefährden.

Titelbild: Shutterstock / GERARD BOTTINO


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