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Fußball: Sambia will Schwule schützen

Dabei ist Homosexualität in dem Land verboten

Der Fußballverband von Sambia ist gerade dabei, sich eine neue Satzung zu geben. Darin soll auch der Schutz vor homophober Diskriminierung enthalten sein. Die neuen Regeln entstehen auf Druck des Fußball-Weltverbandes FIFA.

In dem Entwurf der Football Association of Zambia (FAZ) heißt es: „Diskriminierung jeder Art gegen ein Land, eine Person oder eine Menschengruppe aufgrund der Ethnie, Hautfarbe, nationalem oder sozialen Ursprung, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer Meinung oder jeder anderer Meinung, Wohlstand, Geburt oder jedes anderen Status, sexueller Orientierung oder jedes anderen Grundes ist strengstens verboten und wird mit Suspendierung oder Ausschluss bestraft.”

Sambischer Jurist sieht keine Probleme mit der Klausel

Dass der sambische Fußballverband damit ausdrücklich Homosexuelle vor Diskriminierung schützen möchte, ist bemerkenswert. Denn Homosexuelle werden in dem Land im südlichen Afrika mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft. (Mosambik dagegen hat 2015 Homosexualität legalisiert – MÄNNER-Archiv.)

Landilani Banda, Dozent für Rechtswissenschaft an der University of Zambia, sagte der BBC, dass sich das nicht widerspreche: „Das Gesetz in Sambia verbietet nicht Homosexualität an sich, sondern Sodomie, was als ‘Vergehen gegen die natürliche Ordnung’ definiert wird.”

„In Anbetracht dessen ist es absolut okay für die FAZ, eine Klausel, die die Diskriminierung von Homosexuellen verbietet, einzuführen”, ergänzte der Jurist.

Anal-Untersuchungen, um Homosexuelle zu überführen

Da 98 Prozent der sambischen Bevölkerung Homosexualität ablehnt, leben Schwule und Lesben ohnehin größtenteils versteckt. Öffentlich zu seiner gleichgeschlechtlichen Liebe bekennt sich kaum jemand. Seit 1999 arbeitet sogar eine eigene Nichtregierungsorganisation dafür, Homosexualität einzudämmen und zu bekämpfen. (Auch andere afrikanische Staaten setzen sich gegen einen LGBTI-Ermittler der UN ein – MÄNNER-Archiv.)

Im Jahr 2010 hat die sambische Regierung sogar ein Eheverbot für Homosexuelle in der Verfassung festgeschrieben. Im Juli hat die US-amerikanische Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch” darauf hingewiesen, dass in Sambia – genau wie in sieben weiteren Ländern – Anal-Zwangsuntersuchungen durchgeführt werden. So soll die Homosexualität von Verdächtigen bewiesen werden.

Umso erstaunlicher war vor diesem Hintergrund die Aussage von Christine Kaseba. Die Frau des früheren sambischen Präsidenten erklärte 2013, dass das „Schweigen über Männer, die Sex mit Männern haben, aufhören muss.” Niemand solle aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden, forderte sie. Immerhin der sambische Fußballverband könnte dieser Forderung jetzt nachkommen.

Titelbild: pixabay

 


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