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Hedwig v Beverfoerde: Titelverteidigung

Die Organisatorin der „Demo für alle“ ist wieder Miss Homophobia

Es war keine leichte Wahl: Gabriele Kuby gegen Birgit Kelle gegen Hedwig Freifrau von Beverfoerde. Alle drei wurden von den Aktivisten von „Enough is Enough“ ins Rennen um den zweifelhaften Titel der Miss Homophobia geschickt. Denn was sie eint, ist der Kampf gegen Gleichstellung, Vielfalt sowie eine offene und tolerante Gesellschaft.

Gewonnen hat Hedwig von Beverfoerde, Organisatorin der „Demo für alle“, die gegen Schulaufklärung protestiert (MÄNNER-Archiv). Damit verteidigt sie ihren Titel, den sie bereits letztes Jahr verliehen bekommen hat (MÄNNER-Archiv). In einer Internet-Abstimmung erhielt sie fast jede zweite Stimme.

„Demo für alle“ machte Kampfbegriffe selbstverständlich

„Wir wissen, dass weder die Auswahl der Kandidatinnen noch die Abstimmung repräsentativ ist. Trotzdem zeigt das deutliche Ergebnis, wie groß die Sorge innerhalb der LGTBI*-Community über die Ressentiments sind, die durch das Umfeld der „Demo für alle“ kultiviert werden“, sagt Alfonso Pantisano von „Enough is Enough“ zur Wahl.

„Kampfbegriffe wie ‚Frühsexualisierung‘ werden heute ganz selbstverständlich in der politischen Debatte benutzt, obwohl die damit verbundenen Vorwürfe und Szenarien rein konstruiert sind und mit der tatsächlichen Situation nichts zu tun haben. Weder sollen in deutschen Schulen Kinder ‚sexualisiert‘ werden, noch geht es darum, für Homosexualität zu werben‘“, ergänzt Pantisano.

Von Beverfoerde traf Bayerns Kultusminister

Mit ihrer „Demo für alle“ mache von Beverfoerde Stimmung gegen eine Behandlung von Homosexualität als eine gleichwertige sexuelle Orientierung. „Damit richten sie einen großen Schaden an, besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die gerade dabei sind, ihre sexuelle Identität zu entdecken.“

„Wir als Menschenrechtsinitiative wissen aus unserer täglichen Arbeit auch, wie sehr sich Eltern und Lehrer immer mehr verunsichert fühlen, und ein entspannter angemessener Umgang mit dem Thema Homosexualität immer schwieriger wird.“

Die „Demo für alle“ arbeite nicht nur mit der AfD zusammen, sondern wirke auch in andere Parteien hinein, schreibt Pantisano von „Enough is Enough“. Gemeinsam mit der Publizistin Birgit Kelle hat sich von Beverfoerde im September mit Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) getroffen, um sich gegen die eigentlich schon beschlossenen neuen Richtlinien zur Familien- und Sexualerziehung starkzumachen (MÄNNER-Archiv). 

„Wir rufen dazu auf, sich diesem Hass entgegenzustellen“

Auch das neue CSU-Grundsatzprogramm scheint vom AfD- und „Demo für alle“-Sprech beeinflusst zu sein: Man wende sich gegen „Relativierungsversuche“ der Ehe zwischen Mann und Frau und lehnt eine „Gesellschafts- und Bildungspolitik, die Gender-Ideologie und Frühsexualisierung folgt“, ab (MÄNNER-Archiv). 

Hedwig Freifrau von Beverfoerde habe deshalb ganz persönlich einen großen Anteil daran, dass Homophobie in unserer Gesellschaft salonfähiger wird, schreibt „Enough is Enough“. Daher fordert Alfonso Pantisano: „Wir rufen dazu auf, sich diesem Hass entgegenzustellen. Nicht nur Homosexuelle, sondern besonders auch Heterosexuelle. Es sind zum allergrößten Teil ihre Kinder, gegen die sich dieser Hass richtet.“

Titelbild: Ralf Ricker


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