Hillary Clinton Rally in Brooklyn Hillary Clinton speaks at women for Hillary Town Hall with Congres

Hillary kann noch Präsidentin werden

Computerexperten hatten auf Neuauszählung der Stimmen in drei Bundesstaaten gedrungen

UPDATE (25.11.2016) Jill Stein, die erfolglose US-Präsidentschaftskandidatin der Green Party, will nachprüfen lassen, ob Donald Trump wirklich bei der Wahl vor zweieinhalb Wochen die meisten Stimmen erhalten hat. In Wisconsin lag er um 22.525 Stimmen vor Hillary Clinton. Stein hat nun beantragt, das Wahlergebnis in den Bundesstaaten Wisconsin, Pennsylvania und Michigan nachzählen zu lassen. Der Antrag für Wisconsin wurde fristgerecht eingereicht, wie die Behörden des US-Staates jetzt bestätigten. Die Neuauszählung beginnt nächste Woche, freiwillige Helfer werden gesucht.

Hillary Clinton

Screenshot/Twitter

Stein hat via Crowdfunding bis heute knapp 5 Millionen Dollar gesammelt, die nötig sind, um  eine Neuauszählung in allen drei US-Staaten zu beantragen. Sie gab zu, zwar keine handfesten Beweise für einen Wahlbetrug zu haben, wies aber darauf hin, dass das Wahlsystem fehleranfällig sei. Um die Präsidentschaft doch noch zu gewinnen, benötigt Clinton die Wahlmänner aus allen drei Bundesstaaten. Nur dann bekäme sie im Electoral College eine Mehrheit.

Auch zwei Wochen nach dem Wahlabend ist die US-Wahl offiziell nicht beendet. Denn noch immer haben nicht alle Stimmbezirke ihre finalen Wahlergebnisse mitgeteilt. Was dazu führt, dass Hillary Clintons Vorsprung bei den Gesamtstimmen täglich wächst, inzwischen liegt er bei 1,8 Millionen. Doch das spielt eigentlich keine Rolle, denn das Wahlmännerprinzip, nach dem in den USA der Präsident bestimmt wird, sichert Donald Trump einen eindeutigen Vorsprung (und der nominiert bereits einen homophoben Kandidaten nach dem anderen für sein Kabinett – MÄNNER-Archiv). Trump hat 290 Wahlmänner und Frauen hinter sich, Clinton 232. Für einen Sieg bei der Abstimmung im Dezember sind 270 Stimmen erforderlich. Auch wenn inzwischen sechs Wahlmänner aus Staaten, in denen Donald Trump gewonnen hat, angekündigt haben, nicht für ihn stimmen zu wollen, weil sie glauben, dass es „unsere Pflicht ist, einen qualifizierten Kandidaten zu wählen“ – was Trump ihrer Ansicht nach nicht ist. Trotzdem würde er Präsident werden.

Experten fanden starke Hinweise für Wahlbetrug

Doch dann hat das New York Magazine einen Bericht veröffentlicht, der aufhorchen lässt. Nach Angaben des Magazins haben eine Reihe von Computerexperten und Wahlrechtsjuristen schon am Donnerstag der letzten Woche Vertreter von Clintons Team darauf hingewiesen, dass es ihrer Meinung nach in drei Bundesstaaten, Wisconsin, Michigan und Pennsylvania, die Hillary Clinton verloren hat, starke Hinweis auf Wahlbetrug gibt. In Bezirken, in denen rein elektronische Wahlmaschinen verwendet worden sind, hat Clinton laut den Experten bis zu sieben Prozent weniger Stimmen bekommen, als in Bezirken, in denen mit normalen Wahlzetteln gearbeitet wurde. Das, so sagt unter anderem J. Alex Halderman, der Direktor des University of Michigan Center for Computer Security and Society, sei so ungewöhnlich, dass es ein Beweis dafür sein könnte, dass die Wahl hier beeinflusst, oder die Maschinen gehackt worden sind.

Wenn Clinton die drei Staaten für sich entscheiden kann, hätte sie gewonnen

Basierend auf seiner Analyse, könnten Clinton so 30.000 Stimmen vorenthalten worden sein. Was erstmal nicht nach viel klingt, aber, wenn man einbezieht, dass Clinton in Wisconsin nur 27.000 Stimmen weniger bekommen hat als Trump, wahlentscheidend sein könnte. Wenn Clinton die drei Staaten bei einer Neuauszählung für sich entscheiden könnte, hätte sie gewonnen. Ob Clinton eine Neuauszählung verlangen wird ist unklar, denn die Experten haben keine klaren Beweise für Wahlmanipulation, bislang gibt es nur starke Hinweise darauf. Die würden, ginge man ihnen nach, nicht nur eine Neuauszählung der Stimmen verlangen, sondern auch eine kriminalistische Untersuchung darüber, wie die Wahlmaschinen manipuliert worden sein könnten.

Hier geht’s zum Voting: Der große MÄNNER-Jahresrückblick 2016!

Zusätzlich ist die Sache auch eine Zeitfrage: In Wisconsin müsste das Team Clinton bis Freitag eine Neuauszählung verlangen, damit es dazu kommt, in Pennsylvania bis nächsten Montag und in Michigan bis nächste Woche Mittwoch. Für LGBTI auf der ganzen Welt, die Trumps Sieg mit Sorge betrachten (MÄNNER-Archiv), bleibt es spannend.

Foto: Imago/Pacific Press Agency


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