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Feierliche Eröffnung in Erfurt

Erstmals finden die Hirschfeld Tage in drei Bundesländern gleichzeitig statt: in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Seit Mitte Oktober laufen sie schon, die 3. Hirschfeld Tage, und werden morgen mit einem Festakt in Erfurt feierlich und offiziell eröffnet. Die AfD hatte ja bereits ihre Schatten vorausgeworfen, als die Partei – namentlich ihr thüringischer Fraktionsschef Björn Höcke – gegen den Programmpunkt „Anal verkehren – ein sexualpädagogischer Workshop” polemisierte (den Workshop nannte Höcke „Bildungspolitik für´n Arsch” – MÄNNER-Archiv). In der Ankündigung heißt es ausdrücklich: „Dabei finden keine sexuellen Handlungen statt.“ Die Veranstaltung am 25. November wird durchgeführt vom Verein QueerWeg Verein für Thüringen.

Was bedeutet ein spätes Coming-out für Familienangehörige?

Eine weitere Veranstaltung im Rahmen der Hirschfeld Tage beschäftigt sich mit dem Thema spätes Coming-out: „Hochzeit, Kinder … und dann das?“ Das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft, das den Abend am 13. Dezember veranstaltet, weist darauf hin, dass in den USA fast 2 Millionen Schwule und Lesben bereits verheiratet waren, bevor sie nach jahrelanger heterosexueller Ehe ihre eigene Homo- bzw. Bisexualität entdeckten bzw. sich entschieden, diese offen zu leben. In Deutschland würden späte Coming-outs und die Herausforderungen für alle Beteiligten dagegen nur vereinzelt thematisiert. Was bedeutet ein spätes Coming-out für Familienangehörige?

Insgesamt werden bis zum 19. Dezember insgesamt 115 Veranstaltungen angeboten, die sich für Aufklärung und Emanzipation einsetzen und sich mit Aspekten rund um Geschlecht, Sexualität, Lebens- und Liebesweisen sowie der Geschichte um Gewalt und Diskriminierung auseinandersetzen.

Erstmals in drei Bundesländern gleichzeitig

Erstmals finden die Hirschfeld-Tage in drei Bundesländern gleichzeitig statt: in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Bundesstiftung kooperiert dabei mit neun regionalen Kooperationspartnern: Gerede, die RosaLinde und Different People in Sachsen, der LSVD-Landesverband, das BBZ lebensart und Dornrosa in Sachsen-Anhalt sowie der LSVD, QueerWeg und die Aids-Hilfe Weimar & Ostthüringen in Thüringen. Gefördert werden die Hirschfeldtage u.a. von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und von den drei Landesregierungen. So haben die Hirschfeld-Tage neben Bundesjustizminister Heiko Maas drei weitere Schirmherren, und zwar Petra Köpping, Staatsministerin für Gleichstellung und Integration beim Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, Anne-Marie Keding, Ministerin für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt sowie Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaats Thüringen.

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) wurde am 27. Oktober 2011 durch die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium der Justiz, errichtet und hat ihren Sitz in Berlin (zum Jubiläum sprachen wir mit dem Vorstand Jörg Litwinschuh – MÄNNER-Archiv). Die Arbeit der Stiftung konzentriert sich auf die Bereiche Forschung, Bildung und Erinnerung. Benannt ist sie nach Magnus Hirschfeld (1868-1935), Arzt, Sexualforscher und Mitbegründer der ersten deutschen Homosexuellenbewegung.

Der Eröffnungs-Festakt der 3. Hirschfeld Tage findet am morgigen Samstag, den 5. November im Theater Erfurt statt. Das komplette Programm ist hier zu finden.

Titelbild: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld


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