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Razzia gegen schwule Party in Jakarta

Der Tag im Zeitraffer (28.11.2016)

Rund 50 Mitglieder der muslimischen Hardliner-Gruppe Islamistische Verteidigungsfront (FPI) haben am Wochenende ein Apartment in der indonesischen Hauptstadt Jakarta gestürmt, weil dort eine schwule Sexparty stattgefunden haben soll. Sie veranlassten die Polizei, 13 Männer in Gewahrsam zu nehmen und Smartphones, Kondome sowie HIV-Medikamente zu beschlagnahmen. Wie ein Sprecher der Polizei in Jakarta, Prabowo Argo Yuwono, der Nachrichtenaentur AAP sagte, habe man die Polizei gerufen, weil die Männer in dem Apartment ein Spiel gespielt hätten, bei dem auch gestrippt worden sei – was keine Straftat darstellt. Es gebe keine Beweise, dass jemand das Gesetz gebrochen habe, heißt es heute auch von Seiten der Polizei. Die Männer seien mittlerweile wieder entlassen worden.

Menschenrechtsgruppen protestierten, die Privatsphäre von Menschen würden im Namen islamistischer Moral mit Füßen getreten. Andreas Harsono von Human Rights Watch (HRW) sagte, diese Razzia sei ein weiterer Rückschlag für Indonesiens junge Demokratie. Gleichgeschlechtlicher Sex soll in Indonesion künftig ebenso wie vorehelicher Verkehr  verboten werden – das fordert eine rechtskonservative Organisation. Das Land sei am Rand der moralischen Krise und in Gefahr, dass seine muslimischen Werte durch die Forderungen von LGBTI-Gruppen unterlaufen würden (MÄNNER-Archiv).

Bern wird queer regiert

80 offizielle Gesichter sitzen im Berner Stadtrat. Und der sieht seit dem Wochenende deutlich jünger, linker und queerer aus. Da wurde für die Legislaturperiode 2017 – 2020 gewählt. Elf der neuen Abgeordneten sind LGBTI, also anteilig über 10 Prozent. Eine beeindruckende Zahl. Die queere Community in Bern freut sich laut „Homosexuelle Arbeitsgruppen Bern” auf eine „tolle Zusammenarbeit”. Das Rot-Grün-Mitte-Bündnis (RGM) hält mit 43 Sitzen die neue, stabilere Mehrheit, vor vier Jahren war deren Mehrheit mit 41 Sitzen sehr viel knapper ausgefallen. Die dominierende Partei innerhalb des RGM sind mit 24 Sitzen die Sozialdemokraten, die vor allem mit den Jungsozialisten deutlich zulegen konnten. Die Grüne Freie Liste und das Grüne Bündnis erhalten acht beziehungsweise neun Sitze und haben auch leicht zugelegt. Viele hatten mit mehr gerechnet. Der Verlierer der Wahl ist eindeutig die Bürgerlich Demokratische Partei (BDP): Sie verlor vier von sieben Sitzen (MÄNNER-Archiv).

Neu Delhi feiert Pride

Hunderte LGBTI-Aktivisten und Aktivistinnen haben am Wochenende am neunten Neu-Delhi-Pride teilgenommen, um auf Diskriminierung gegen die Community aufmerksam zu machen und zu feiern. Auf einvernehmlichen Sex zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern stehen in Indien bis zu 10 Jahre Haft. Die Teilnehmer verlangten das Section 377, der Abschnitt des Strafrechts der Homosexualität verbietet, gestrichen wird. Fast 1500 Menschen sind wegen des aus der Kolonialzeit stammenden Gesetzes im letzten Jahr festgenommen worden, darunter auch mehrere Hundert Kinder. Viele Demonstrantinnen hatten Hula Hup-Reifen mitgebracht, um die Geschlossenheit und Solidarität der Community zu zeigen.

Zahlreiche Mitglieder der LGBTI-Community berichten von ansteigender Diskriminierung und vermehrter Gewalt, seit Section 377 erneut vom Parlament bestätigt worden ist. Das Gesetz war vor vier Jahren vom indischen obersten Gericht schon einmal aufgehoben, aber dann wieder eingeführt worden (MÄNNER-Archiv).

Titelbild: Shutterstock/GeorginaCaptures


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