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„Kampfansage an Schwule und Lesben”

Hamburg Pride e.V kritisiert "Magdeburger Erklärung gegen Frühsexualisierung" der AfD

Die Landtagsfraktionen der AfD haben in dieser Woche das gemeinsame Positionspapier „Magdeburger
Erklärung gegen Frühsexualisierung“ verabschiedet, das auch von der AfD in Hamburg mitgetragen wird (gerade hat Olivia Jones im Magdeburger Landtag der AfD die Leviten gelesen – MÄNNER-Archiv). Die Bürgerschaftsabgeordneten Dr. Dr. Joachim Körner und Dr. Alexander Wolf zählen zu den
Erstunterzeichnern des Papiers.

CSD-Veranstalter Hamburg Pride e.V. hat die Fraktion mit einem umfangreichen Fragenkatalog aufgefordert, die in dem Papier aufgestellten Behauptungen inhaltlich zu belegen. Hierzu erklärt Stefan Mielchen, Erster Vorsitzender von Hamburg Pride e.V.:

„Die Magdeburger Erklärung der AfD ist eine Kampfansage an Lesben und Schwule. Dabei geht es der Partei nicht um Fakten, sondern ausschließlich darum, Vorurteile aus parteitaktischen Interessen zu schüren. Das ist menschlich niederträchtig und politisch durchsichtig. Dass sich Hamburger AfD-Abgeordnete als Erstunterzeichner hierfür hergeben, passt nicht zum aufgeklärten und liberalen Geist unserer Stadt.“

Die AfD spricht in ihrem Positionspapier von Frühsexualisierung und behauptet, dass Kinder in Schule und Kita „mit scham- und persönlichkeitsverletzenden Inhalten in Wort, Bild und Ton“ konfrontiert würden. Einen Beleg hierfür bleibt die Partei jedoch schuldig. Der Vorstand von Hamburg Pride e.V. hat die Hamburger AfD-Fraktion daher aufgefordert, dezidiert aufzulisten, wo konkret dies an Hamburger Schulen oder Kitas der Fall sein soll (was hinter dem steckt, was die AfD als „Frühsexualisierung” verunglimpft – MÄNNER-Archiv).

Das Treffen des Landeschefs André Poggenburg mit Olivia Jones am Mittwoch kommentierte der Sprecher der AfD-Homos so:

Frühsexualisierung

Screenshot/Facebook

In der „Magdeburger Erklärung“ definiert die AfD außerdem Familie als „Verbindung aus Mann und Frau, aus der Kinder hervorgehen“.

Dazu Mielchen: „Dieser Familienbegriff grenzt Lesben und Schwule bewusst aus. Familie ist da, wo Menschen füreinander einstehen und Kinder großziehen – auch wenn dies zwei Mamas oder zwei Papas sind. Das ist gelebte Realität in Regenbogen- und Patchworkfamilien. Diese Lebensrealität lässt sich nicht aus ideologischer Beschränktheit wegleugnen. Die AfD agitiert gegen eine aufgeklärte, offene Gesellschaft und gegen die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensformen, als hätte es den Bewusstseinswandel und die zunehmende Akzeptanz von Vieltfalt in der Bundesrepublik nie gegeben. Wer die Ausgrenzung und Diffamierung Homosexueller nach der Aids-Krise und der Abschaffung des Strafrechtsparagraphen 175 für überwunden gehalten hat, erlebt nun Jahrzehnte später deren Wiederkehr.”

Begriff Frühsexualisierung steht für Rollback

Mit ihrem Griff „in die familien- und sexualitätspolitische Mottenkiste” versuche die AfD, diese menschenfeindlichen Positionen wieder salonfähig zu machen. Sie setze damit ein knappes Jahr vor der Bundestagswahl den Ton auch auf dem Feld der Gleichstellungspolitik. „Diesem Rollback stellen wir uns als CSD-Veranstalter mit allem Nachdruck entgegen.“

Titelbild: Fotolia


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