Kim Davis Carter County Jail

Kim Davis: Jetzt wird’s teuer

Der homophoben Standesbeamtin drohen 230.000 Dollar Gerichtskosten

Es ist still geworden um Kim Davis. Einst wurde die Standesbeamtin aus Kentucky weltbekannt, weil sie sich weigerte, Paaren Ehebescheinigungen auszustellen. Die 51-Jährige wollte damit die Entscheidung des US-Verfassungsgerichts zur Gleichstellung Homosexueller umgehen. Schließlich musste Davis sogar für einige Tage ins Gefängnis (MÄNNER-Archiv).

Als sie aus der Beugehaft entlassen wurde, jubelten Hunderte Unterstützer ihr zu, darunter auch der damalige republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mike Huckabee. Sie wurde zur Galionsfigur für homophobe US-Amerikaner, welche die Entscheidung des Supreme Court partout nicht akzeptieren wollten. Sogar Papst Benedikt hat sie getroffen, betonte aber im Nachhinein, ihre Meinung nicht zu unterstützen (MÄNNER-Archiv).

Ihr Verteidiger sagt, sie müsse die Kosten nicht tragen

Das ist über ein Jahr her, doch für Kim Davis ist die Angelegenheit noch lange nicht vorbei. Vier Paare, darunter zwei heterosexuelle, hatten die Standesbeamtin damals verklagt, weil sie wegen ihr nicht heiraten konnten. Jetzt drohen Kim Davis rund 230.000 Dollar (etwa 210.000 Euro) Gerichtskosten.

Ihr Anwalt Roger K. Gannam von der erzkonservativen Gruppe „Liberty Counsel” ist jedoch davon überzeugt, dass ihre Mandantin die Kosten nicht übernehmen müsse. Denn der Staat Kentucky hatte damals seine Gesetze so geändert, dass der Name des Standesbeamten nicht mehr auf den Ehebescheinigungen stehen muss. Damit hatte sich der Fall erledigt, argumentiert Davis’ Anwalt.

Der Richter hatte schon einmal mit Kim Davis zu tun

Das sehen die Anwälte der vier klagenden Paare jedoch anders: Denn die Entscheidung ändere nichts daran, dass sie an ihrem Recht gehindert wurden, einander zu heiraten. Sie waren gezwungen zu klagen, um dieses Recht ausüben zu können.

Die Entscheidung liegt jetzt beim Amtsrichter David Bunning, der schon einmal in einen Fall von Kim Davis involviert war. Damals sagte er: „Unserer Regierungsform wird nicht überleben, außer wenn wir als Gesellschaft die Entscheidung des Verfassungsgerichts akzeptieren.”

Ihr County wird die Kosten nicht übernehmen

„Davis steht es absolut frei, der Meinung des Gerichts zu widersprechen, wie es wahrscheinlich viele Amerikaner tun, aber das entschuldigt sie nicht dafür, dem Gesetz nachzukommen. Es anders handzuhaben würde einen gefährlichen Präzedenzfall bedeuten”, sagte der Richter damals.

Wie auch immer das Gericht entscheidet, wird das Rowan County, für das Kim Davis arbeitet, die Strafe nicht übernehmen. Das begründet das County damit, dass die Standesbeamtin in ihrem eigenen Namen gehandelt hat. „Standesbeamte (die amerikanische Bezeichnung lautet „county clerk”, Anm. d. Red.) sind keine Angestellten des Countys”, erklärt Jeffrey C. Mando, der Anwalt des Countys.

Titelbild: Kim Davis im Carter County Gefängnis (Quelle: Carter County Jail)


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