06 09 2016 Berlin Deutschland GER die Talkrunde im rbb Fernsehen mit den Spitzenkandidaten zur A

Klaus Lederer wird Kultursenator

Der offen schwule Chef der Berliner Linken bekommt sein eigenes Ressort

Ein erfahrener Queer-Politiker (MÄNNER-Archiv) als Kultursenator in der deutschen Hauptstadt. Das wurde Zeit! Nach den am heutigen Mittwoch erfolgreich abgeschlossenen Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Linken und Grünen in der Hauptstadt, steht sie, die erste rot-rot-grüne Koalition von Berlin. Teil des Pakets ist, dass Berlin wieder einen eigenen Kultursenator bekommt. Und, da Kultur in Berlin Chefsache ist, übernimmt den Posten der 42-Jährige Linken-Landesvorsitzende Klaus Lederer. Der ist offen schwul, regelmäßiger Operngänger und kennt den Kulturbetrieb in der Hauptstadt und viele seiner Protagonisten gut und lange, ist also eine Idealbesetzung. Er hatte sich in der letzten Legislaturperiode von der Oppositionsbank aus in Kulturfragen eingemischt und zum Beispiel die Kostenexplosion und jahrelange Verzögerung bei der Sanierung der Staatsoper unter den Linden scharf kritisiert.

Integrierende Kulturpolitik, die auf soziale Herausforderungen reagiert

In einem Essay im Tagesspiegel, das von vielen als Blaupause für eine Kulturpolitik unter Lederer gelesen worden war, stellte er die sich als „integrierende Kulturpolitik, die auf soziale Herausforderungen reagiert, den Metropolencharakter der Gesamtstadt ebenso im Blick hat wie die kulturelle Basis in den Bezirken“ vor. Kulturpolitik müsse mit „Themen wie Bildung, Integration, Stadtentwicklung oder Kreativwirtschaft verknüpft“ werden. Lederer betrachtet es, da ganz Linker, als seine größte Aufgabe, „Teilhabe und Zugänge zur Kultur zu fördern“. Und, Lederer wird Zeit haben, sich darum zu kümmern. Denn, anders als bisher oft üblich, wird er kein weiteres Ressort übernehmen. Michael Müller, der als Regierender Bürgermeister bislang den Kulturbereich mitverantwortete, übernimmt zukünftig zusätzlich den des Wissenschaftssenators. Die Linke stellte in Berlin mit Thomas Flierl schon von 2002 bis 2006 den Kultursenator.

Foto: Imago/Stefan Zeitz


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