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LSU: Kritik an CSU-Grundsatzprogramm

Die Lesben und Schwulen in der Union werfen der CSU vor, Homosexuelle zu diffamieren

Der Bundesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) hat das neue Grundsatzprogramm der CSU scharf kritisiert. Vor allem die Neuausrichtung der Familienpolitik gefällt dem LSU nicht. Ausgerechnet die hatte Dorothee Bär, Staatssekretärin im Verkehrsministerium und frühere Vize-Generalsekretärin, besonders gelobt: „Wir sind die einzigen, wo jeder nach seiner Facon leben kann”, sagte Bär. (MÄNNER-Archiv).

„Wir bedauern sehr, dass die CSU in ihrem Grundsatzprogramm vereinfachte Schlagworte wie „Frühsexualisierung” verwendet, ohne sie näher zu erläutern”, teilen der Bundesvorsitzende Alexander Vogt (CDU) sowie der bayerische LSU-Landessprecher Patrick Slapal (CSU) in einem Statement mit, aus dem Zeit Online zitiert.

CSU-Programm erinnert den LSU an AfD-Rhetorik

Im neuen Programm der Christsozialen, das den kurzen Titel „Die Ordnung” trägt, heißt es: „Eine Gesellschafts- und Bildungspolitik, die Gender-Ideologie und Frühsexualisierung folgt, lehnen wir ab. Unsere Familienpolitik beginnt mit dem Respekt vor der Wahlfreiheit der Eltern.”

Das erinnert den LSU stark an AfD-Rhetorik. Im Parteiprogramm der Rechtspopulisten steht: „Die Gender‐Ideologie und die damit verbundene Frühsexualisierung, staatliche Ausgaben für pseudowissenschaftliche ‘Gender‐Studies’, Quotenregelungen und eine Verunstaltung der deutschen Sprache sind zu stoppen.”

CSU folge AfD „aus taktischen Gründen”

Damit nutze die CSU Begriffe, „die auch in der politischen Debatte von ganz rechts verwendet werden, um eine Anpassung von Lehr- und Bildungsplänen an gesellschaftliche Realitäten zu diffamieren”, sagten Vogt und Slapal vom LSU. In Bayern gab es zuletzt Streit um neue Richtlinien zum Sexualkundeunterricht, da sie noch immer nicht in Kraft getreten sind (MÄNNER-Archiv).

Der LSU wirft der CSU vor, damit die Rechtspopulisten von der AfD nur zu unterstützen. „Die CSU läuft also auch familien- und bildungspolitisch der AfD aus taktischen Gründen hinterher”, schreiben die LSU-Vertreter. Zwar lehne auch der LSU eine Frühsexualisierung statt, „wenn damit gemeint ist, Kinder in einem Alter mit Begriffen, Methoden, Praktiken und Materialien zu konfrontieren, die nicht für ihr Alter geeignet sind.”

AfD-Kopie kostet Stimmen, kritisiert der LSU

Dabei geht es in keinem Bildungsplan darum, Kleinkinder mit Dildos oder Analverkehr vertraut zu machen, auch wenn die AfD das gerne so darstellt. Stattdessen sollen gleichgeschlechtliche Beziehungen als Familienform bei Kindern im Grundschulalter vermittelt werden.

Es sei laut Lesben und Schwulen in der Union nicht nur politisch zu bedauern, dass die CSU der AfD nacheifert. Es koste der Partei auch Stimmen, argumentieren die parteiinternen Kritiker. So liegen die Rechtspopulisten in Bayern bei neun Prozent, die FDP konnte zuletzt gewinnen und käme auf sechs Prozent der Stimmen.

Titelbild: imago/IPON


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