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Malta verbietet Konversionstherapien

Der Inselstaat zeigt sich weiter LGBTI-freundlich

UPDATE (5.12.2016) Es ist offiziell: Malta verbietet Konversionstherapien. Laut Gesetz sind nun Therapien verboten, die die sexuelle Orientierung oder die geschlechtliche Identität eines Menschen ändern oder unterdrücken soll. In dem Gesetzestext heißt es ausdrücklich: Keine sexuelle Orientierung, keine geschlechtliche Identität oder Ausdrucksweise stellt eine Störung, eine Krankheit oder eine Unzulänglichkeit dar. Das Mindesalter, in dem Menschen eine geschlechtsangleichende Operation beantragen können, ist von 18 auf 16 herabgesetzt worden. Mit 16 benötigt man künftig nicht mehr die Zustimmung der Eltern oder eines Erziehungsberechigten.

Auf Malta wird es bald verboten sein, mit sogenannten Konversionstherapien zu versuchen, Schwule zu „heilen“. Ein entsprechendes Gesetz wurde am Montag in den Ausschüssen beraten und angenommen.

Jetzt muss es nur noch in der dritten Lesung beschlossen werden. Das ist eher ein formeller Akt: Alle Parlamentsmitglieder haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Es ist dann illegal zu versuchen, die sexuelle Orientierung eines anderen zu verändern, unterdrücken oder zu verdrängen.

Nachbesserungen am Gesetz

Sogenannten „Homo-Heilern“ droht dann eine Geldstrafe von 1000 bis 5000 Euro sowie fünf Monate Gefängnis. Für ausgebildete Ärzte und Therapeuten sind die Strafen schärfer: Ihnen drohen 2000 bis 10000 Euro Geldstrafe sowie bis zu ein Jahr hinter Gittern.

Die Ministerin für Bürgerrechte, Helena Dalli, hatte das Gesetz vorher noch angepasst. Davor hatten Psychologen und Psychiater befürchtet, sie könnte die neue Gesetzgebung treffen, wenn sie Menschen dabei helfen, ihre wahre Identität zu finden.

Malta: Schutz von LGBTI in der Verfassung

„In der Tat haben mir Ärzte gesagt, sie hätten dann Angst, Kinder zu behandeln, wenn das Gesetz so geblieben wäre“, sagte der Psychiater David Mamo der Zeitung „Malta Today“.

Mit dem Verbot von Konversionstherapien wird Malta wieder ein LGBTI-freundliches Gesetz einführen. Bereits 2015 war der Inselstaat zum homofreundlichsten Land Europas erklärt worden (MÄNNER-Archiv), da dort LGBTI die meisten Rechte besitzen.

So hat die Ministerin Helena Dalli bereits im April 2015 ein Gesetz vorgestellt, das die Rechte von Trans*- und Intersexuellen Menschen sicherstellt. Nie zuvor hat ein Land auf der Welt Intersexuelle auf diese Weise rechtlich berücksichtigt.

Darüber hinaus ist Malta das erste Land in Europa und eines der wenigen in der Welt, das den Schutz von LGBTI in seine Verfassung aufgenommen hat.

„Homophober Hokuspokus hat im 21. Jahrhundert nichts mehr verloren“

Konversionstherapien sind in Deutschland nicht verboten. Die Jusos, die Jugendorganisation der SPD, haben im Oktober ein solches Verbot gefordert (MÄNNER-Archiv). „Derartiger homophober Hokuspokus hat im 21. Jahrhundert nichts mehr verloren“, erklärt der stellvertretende Juso-Landesvorsitzende Arne Zillmer, der den Antrag einbrachte. „Wir wollen mit diesem Antrag darum Minderjährige vor derartigen Therapie-Angeboten schützen und hoffen, dass sich auch die SPD bei dem Thema klar positioniert“, sagte Zillmer.

Hierzulande versuchen Ärzte tatsächlich, schwule Männer von ihrer Homosexualität zu „befreien“. Das hat Christian Deker in seiner NDR-Reportage „Die Schwulenheiler“ eindrucksvoll bewiesen (MÄNNER-Archiv).

Titelfoto: Shutterstock


11 Kommentare

  1. Rita Sieberz

    Männer Magazin Das wusste ich nicht über malta, ich dachte die sind eher konservativ ausgerichtet nach diesem Artikel. Gottseidank ist es aber nicht so. Ich lebe auf Gran Canaria und da ist der Umgang mit den Jungs erfrischend offen und so wie ich ihn mag. Wer hier zuerst etwas fremdelt, den nehmen wir mit ins Yumbo Center und da sehen wir dann. Bis auf 1 Hetero haben alle anderen aus unserem Freundeskreis dann in Diskussionen eine andere Sichtweise entwickelt.


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