„Menschen machen das nicht sehr oft“

Noch-Präsident Barack Obama verleiht Ellen DeGeneres die höchste US-Auszeichnung

Vor fast zwei Jahrzehnten hat sich die US-Schauspielerin und Fernsehmoderatorin Ellen DeGeneres als lesbisch geoutet. Lange bevor andere Stars es ihr gleichmachten. Und in einer Zeit, in der ein Coming-out noch ein Karrierehindernis bedeutete.

Das hat US-Präsident Barack Obama gewürdigt, als er Ellen am Dienstag die Presidential Medal of Freedom verliehen hat. Das ist die höchste Ehrung, die ein Zivilist in den Vereinigten Staaten bekommen kann. Dass Ellen sie erhalten soll, wurde vor einer Woche bekannt (MÄNNER-Archiv).

Ihr Coming-out bedeutete fast ihr Karriereende

„Es fällt leicht das zu vergessen, wo wir so weit gekommen sind, wo die Ehe für Homosexuelle per Gesetz geöffnet ist, wie viel Mut es Ellen abverlangt hat, sich auf einer der öffentlichsten Bühnen zu outen“, sagte Obama.

Die 58-Jährige hatte sich 1997 in der nach ihr benannten Sitcom „Ellen“ als lesbisch geoutet. Für die Folge erhielt sie zwar den Emmy, doch „Ellen“ wurde danach eingestellt. Konservative Christen hatten die Show boykottiert, wichtige Werbekunden waren abgesprungen. Laut eigener Aussage stand Ellen DeGeneres damit vor dem Ruin.

Ellen hat „die Hoffnung von Millionen Menschen auf den Schultern getragen“

„Wie wichtig es war, nicht nur für die LGBT-Community, sondern für alle von uns, jemanden zu sehen, der so freundlich war, jemanden, den wir so sehr mochten, der unsere Nachbarin, Kollegin oder Schwester sein könnte – und der unsere Vorurteile herausfordert“, ergänzte Obama bei der Verleihung.

Ellen habe „uns daran erinnert, dass wir mehr gemeinsam haben, als wir denken. Du hast unser Land in Richtung Gerechtigkeit vorangebracht. Was für eine unglaubliche Last es war, deine Karriere so zu riskieren. Menschen machen das nicht sehr oft. Und dann die Hoffnung von Millionen Menschen auf den Schultern zu tragen“, sagte der Noch-Präsident Obama.

Schwule Geehrte: Harvey Milk und Bayard Rustin

Die Presidential Medal of Freedom wird an „Individuen verliehen, die einen besonders wichtigen Beitrag zur Sicherheit oder anderen nationalen Interessen der Vereinigten Staaten geleistet haben, zum Weltfrieden, oder einem anderen kulturellen oder zivilen Unterfangen.”

Neben Ellen DeGeneres haben dieses Jahr 21 Menschen diese Auszeichnung erhalten, darunter Robert De Niro, Bill and Melinda Gates, Tom Hanks, Diana Ross, Vin Scully und Bruce Springsteen. Der hat im April ein Konzert in North Carolina wegen der dortigen homophoben Gesetzgebung abgesagt (MÄNNER-Archiv). Schwule und lesbische Geehrte waren bislang Stephen Sondheim, Sally Ride, Harvey Milk, Billie Jean King und Bayard Rustin.

Titelbild: Screenshot/YouTube


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close