Jan 11 2016 Brussels Bxl Belgium Günther Oettinger EU commissioner for Digital economy hol

Oettinger sprach „frei von der Leber“

Eine Petition fordert nach rassistischen, sexistischen und homophoben Äußerungen des EU-Kommissars seinen Rücktritt

Über eine Woche ist es her, dass Günther Oettinger in Hamburg „frei von der Leber“ gesprochen“ hat. So erklärte er diese Woche seine rassistischen, sexistischen und homophoben Äußerungen (MÄNNER-Archiv). Aber ist es damit erledigt?

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Kai Gehring wies daraufhin, dass sich Oettinger zwar ausdrücklich bei Chinesen entschuldigt habe, nicht aber bei Frauen und auch nicht bei Schwulen und Lesben. „Damit bestätigt er sein inakzeptables antiquiertes Frauen- und Homosexuellen-Bild.“ Eine Petition fordert unterdessen seinen Rückzug: 341 Unterstützer haben bereits unterschrieben.

Gewagte Eingebungen

In der belgischen Tageszeitung Le Soir wurde der CDU-Politiker durch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gerüffelt. Oettinger solle sich künftig nur noch zu Themen äußern, die etwas mit seinem Aufgabenbereich zu tun haben, so Juncker. „Die Kommissare sollten sich bei öffentlichen Äußerungen darauf beschränken, Probleme anzusprechen, die etwas mit ihrem Portfolio zu tun haben, statt gewagten Eingebungen zu folgen.“

Lustig wollte Oettinger sein, schließlich war er Festredner beim 27. „EuropAbend” des AGA Unternehmensverbands in Hamburg geladen. Vor rund 200 geladenen Gästen hielt er eine freie Rede, in der es etwa hieß:

Bald wird noch die Pflicht-Homoehe eingeführt

„Die deutsche Tagesordnung mit Mütterrente, Mindestrente, Rente mit 63, Betreuungsgeld, der komischen Maut, die wohl nicht kommen wird, bald noch mit der Pflicht-Homoehe, wenn sie eingeführt wird – die deutsche Tagesordnung erfüllt meine Erwartungen an deutsche Verantwortung in keiner Form”, sagte der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident.

Linke fordert Rückzug aus Brüssel

Daneben schimpfte Günther Oettinger auch über CSU-Chef Horst Seehofer, den er einen „Populisten light“ nennt, zieht über Altkanzler Gerhard Schröder her und erzählt vom Jahresgipfel China-EU: „Alle: Anzug, Einreiher dunkelblau, alle Haare von links nach rechts mit schwarzer Schuhcreme gekämmt.”

Die Kanzlerin wäre gut beraten, die Zeit von Oettinger in Brüssel zu beenden

Die Rede hat Empörung hervorgerufen. Nur wenige Tage vorher wurde bekannt, dass Oettinger, aktuell EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, zum Haushaltskommissar wird. Linken-Vorsitzender Bernd Riexinger fordert unverzüglich via Twitter: „Die Kanzlerin wäre gut beraten die Zeit von #Oettinger in Brüssel zu beenden. Rassismus und Homophobie dürfen keinen Platz haben.“ Tatsächlich hat ihm die Bundesregierung diese Woche ihr Vertrauen ausgesprochen (MÄNNER-Archiv).

Hier geht’s zur Petition gegen Oettinger

Titelbild: Imago/ ZUMA Press


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close