Olivia Jones

Olivia Jones wählt Bundespräsidenten

Die Dragqueen wird einer der 1260 Menschen in der Bundesversammlung

Olivia Jones hat in diesem Jahr schon mehrfach durch kluge, politische Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. (MÄNNER-Archiv). Und wird nun dafür mit einer wichtigen Aufgabe belohnt: Sie wird am 12. Februar 2017 einer von mehr als  1.200 Menschen sein, die den nächsten Bundespräsidenten wählen. Nachdem sich SPD und CDU/CSU geeinigt haben (MÄNNER-Archiv) hat Frank-Walter Steinmeier den Job zwar so gut wie sicher, aber genau deswegen freut man sich über jeden Farbtupfer, den die Wahl bekommt. Das haben wohl auch die Grünen in Niedersachsen verstanden. Die stellten am Freitag ihren Nominierungsvorschlag ins Netz: „#Bundesversammlung: Mit Olivia Jones haben wir nicht nur Wahlmänner & Wahlfrauen, sondern auch mal was dazwischen, wie sie selbst sagt.“ Olivia Jones ist eine/r von neun KandidatInnen die sie vorschlagen dürfen.

Für mich als Repräsentantin einer bunten Republik ist das eine große Ehre

Wenig überraschend ist Olivia Jones geehrt und erfreut: „Für mich als Repräsentantin einer bunten Republik ist das eine große Ehre und für alle, die in diesen schwierigen Zeiten für Toleranz und Vielfalt kämpfen, ein kleiner Lichtblick“, ließ sie wissen. Die Grünen wollen ein Zeichen für Vielfalt setzen und nominierten deswegen neben dem Dragstar auch Manuel Trollmann, ein Vorstandsmitglied des Deutschen Sinti-Verbands Niedersachsen und Gisela Penteker, ein Mitglied des Flüchtlingsrates. Von den 1260 Deligierten zur Bundesversammlung sind die Hälfte Abgeordnete aus dem Bundestag oder aus den Landesparlamenten, die andere Hälfte sind Bürger und Bürgerinnen, die kein politisches Amt bekleiden.

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Neben Steinmeier, der die Stimmen der großen Koalition auf sich vereinigen dürfte, die ihn auch vorgeschlagen hat, tritt mit dem Armutsforscher Christoph Butterwege auch ein eigener Kandidat der Linkspartei an.

Die Grünen wollen so ein Zeichen für Vielwalt setzen

Olivia Jones hatte erst letzte Woche mit einer Lesung aus ihrem Kinderbuch „Keine Angst in Andersrum“ im Magdeburger Landtag Haltung bewiesen. Dabei war es auch zu einem Vieraugengespräch mit André Poggenburg, Landeschef der AfD, gekommen (MÄNNER-Archiv). Jones hatte im September die AfD wegen Volksverhetzung angezeigt. „Wenn auf der Partei- und Fraktions-Facebookseite der AfD Sachsen-Anhalt Homosexualität mit Pädophilie in Zusammenhang gebracht wird, ist das für mich keine Frage von Meinungsverschiedenheiten mehr, sondern Volksverhetzung”, hatte sie erklärt.

Anlass für die AfD-Äußerung war eine Broschüre des Ministeriums für Gleichstellung von Sachsen-Anhalt mit Buchempfehlungen zur „Geschlechter- und Familienvielfalt“ für KiTas und Grundschulen gewesen – auch Jones’ Buch „Keine Angst in Andersum” befindet sich auf der Liste.  Sie wolle Landeschef André Poggenburg die Leviten lesen, hatte Jones im Vorfeld ihrer Lesung in Magdeburg angekündigt. Der hatte es aber abgelehnt, sich in der Öffentlichkeit mit der Drag Queen zu zeigen – geschweige denn: zu diskutieren.

Immerhin: Die beiden trafen sich vor der Lesung zu einem Gespräch unter vier Augen. „Rückgrat” habe sie bei ihm keins gespürt, sagte sie danach gegenüber MÄNNER. Er habe sich verhalten „wie ein Wolf im Schafspelz”, so Jones. Poggenburg werde sich künftig mit Kommentaren zurückhalten, so ihre Hoffnung. Aber die Anzeige, an der hält sie fest.

Foto: Imago/ZUMA Press


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