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Orlando Cruz unterliegt Flanagan

Der Puerto-Ricaner wollte erste offen schwule Weltmeister im Boxen zu werden

Gestern sollte es soweit sein: Der Puerto-Ricaner Orlando Cruz trat im walisischen Cardiff an, der erste offen schwule Weltmeister im Boxen zu werden. Er fordert den ungeschlagenen Weltmeister der WBO im Leichtgewicht heraus, den Briten Terry Flanagan. „Ich will ein Ansporn für die Gay Community sein, indem ich World Champion werde”, kündigte Cruz an. Aus dem Titelgewinn ist vorerst nichts geworden. Der aus Manchester stammende Flanagan gewann den Kampf durch technischen K.o. in der achten Runde und ist nun seit 32 Kämpfen ungeschlagen.

Orlando Cruz verlor Freunde beim Massaker im „Pulse“

Im Juni hatte Orlando Cruz einen wichtigen Titelkampf gewonnen hat, der ihm eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft ermöglichte. Den Kampf gegen seinen Kontrahenten Alejandro „Alex” Valdez widmete Cruz den Opfern des Massakers in Orlando (MÄNNER-Archiv) – vier von ihnen kannte er persönlich. Cruz konnte wegen der Vorbereitungen auf den Kampf nicht an der Trauerfeier teilnehmen. Dafür besuchte er jedoch nach seinem Sieg das Pulse und übergab dem Team ein Paar Boxhandschuhe, „weil sie weiterkämpfen und ich stolz auf sie bin.”

Würde ich gegen einen Schwulen verlieren, würde man sich einen Leben lang über mich lustig machen

Wie verbreitet die offene Homophobie im Boxsport ist, zeigt sich an den Kommentaren von Boxkollegen wie Frankie Gavin: Er twitterte: „Wenn ich gegen einen Schwulen verlieren würde, würde man sich einen Leben lang über mich lustig machen.“ Später löschte er seinen Tweet und entschuldigte sich. Peter Fury, der Onkel und Trainer des früheren Schwergewichts Tyson Fury (der homophobe Boxer hatte im Okobter seine WBO und WBA-Schwergewichts-Titel zurückgegeben), twitterte nach dem Kampf: Er wolle kämpfende Männer sehen – „nicht irgendwas anderes“.

Orlando Cruz

Cruz ist der erste Preisboxer, der sich in seiner aktiven Zeit geoutet hat – im Jahr 2012. Zuvor hatte der kanadische Boxer Mark Leduc verkündet, homosexuell zu sein. Allerdings erst nach seiner Karriere. Leduc hatte bei den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona Silber in der Halbweltergewichtsklasse gewonnen. Zwei Jahre später outete er sich. Er verstarb im Jahr 2009 im Alter von 47 Jahren.

Titelbild: Twitter/Orlando Cruz


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