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Finanzhilfe für Queere Filmfestivals

Der Tag im Zeitraffer (11.11.2016)

Für die schwul-lesbische Filmszene in Deutschland ist es eine Art vorzeitiges Weihnachtsgeschenk: Der Haushaltshausschuss hat sich jetzt in einer Bereinigungssitzung erstmals für die Förderung Queerer Filmfestivals ausgesprochen. „Eine absolute Ausnahme, dass ein Antrag der Opposition angenommen wird“, freut sich Ulle Schauws, die Sprecherin für Frauenpolitik und Sprecherin für Kulturpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

„QueerSope“ ist der Zusammenschluss von 13 unabhängigen Queer Filmfestivals – etwa die 27. Lesbisch Schwulen Filmtage in Hamburg und das Queer Film Fest in Weiterstadt – und erhält 230.000 Euro für das Jahr 2017. Eine weitere Förderung für die kommenden fünf Jahre ist ebenfalls vorgesehen.

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Homo- und Transphobie ist die Bundesförderung der Festivals ein wichtiges Zeichen für die Unterstützung der LGBTI-Gemeinde

„Queere Filmfestivals sind wichtige Orte, um LGBTI-Leben sichtbar und LGBTI-Filmkultur zugänglich zu machen, die sonst kaum Wiederhall in deutschen Kinos finden. Die Festivals tragen damit nicht nur ganz entscheidend zur Vielfalt der Filmlandschaft bei. Gerade auch vor dem Hintergrund einer zunehmenden Homo- und Transphobie ist die Bundesförderung der Festivals ein wichtiges Zeichen für die Unterstützung der LGBTI-Gemeinde und die Stärkung einer offenen und toleranten Gesellschaft.“ Weiter teilt Schauws mit: „Ich freue mich, dass es uns als Grüne gelungen ist, dass die Koalition hier die Zeichnen der Zeit erkannt und sich unserer Initiative angeschlossen hat.“

Ich bin stolz darauf, die großartige Arbeit der schwul-lesbischen Filmfestivals unterstützen zu können

Auch die SPD beansprucht den Erfolg für sich. So teilte der Hamburger Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs mit: „Ich bin stolz darauf, die großartige Arbeit der schwul-lesbischen Filmfestivals, insbesondere in Hamburg und Köln, so unterstützen zu können. Ihre gute Arbeit muss wertgeschätzt und gefördert werden. Das hat die SPD in der Bereinigungssitzung entsprechend gemacht.“

Die Festivals seien wichtige Orte für die Kommunikation und den Austausch in der queeren Community, so Kahrs. „Das Netzwerk schafft die Möglichkeit, realistische Bilder der LGBTI-Gemeinschaft zu übermitteln und trägt mit seiner Arbeit dazu bei, wichtige Aspekte des nationalen und internationalen Filmschaffens zu stärken. Mit seiner Arbeit stellt sich Queerscope entschieden auch gegen die immer rechteren Tendenzen der Gesellschaft.”

Seelische Not nach Trump-Sieg

Die Nachricht, dass Donald Trump der 46. Präsident der Vereinigten Staaten wird, hat viele Menschen weltweit entsetzt. So sehr wir den Wahlausgang in Deutschland auch bedauern, schlimmer ist das Ergebnis für diejenigen, die mit Trump als Präsident leben müssen. (Was Trump für LGBTI bedeuten könnte – MÄNNER-Archiv.)

Dass viele LGBTI in den USA verunsichert sind, hat sich schon in der Wahlnacht gezeigt: Die Hilfstelefone von „The Trevor Project“ haben einen massiven Anstieg an Anrufen verzeichnet. Besonders Unter-25-Jährige haben die Nummer gewählt. Dasselbe Bild bot sich auch bei der „Trans Lifeline“, einer Telefonberatung für Trans*menschen. „Fast jeder ist besorgt und verunsichert. Es gibt die Angst, dass der Fortschritt, den wir erreicht haben, rückgängig gemacht wird“, sagte Steve Mendelsohn von „The Trevor Project“ gegenüber Yahoo.

Zuwachs für Rainbow Cities Network

Der Zusammenschluss „Rainbow Cities Network” hat zwei neue Mitglieder: Nachdem am Wochenende Darmstadt beigetreten war, ist nun auch die Stadt Bern gefolgt und will mehr gegen die Diskriminierung queerer Menschen unternehmen.

Im „Rainbow Cities Network”, das 2013 in den Niederlanden gegründet wurde, schließen sich europäische Städte mit dem Ziel zusammen, auf lokaler Ebene die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität zu bekämpfen. Zu den Maßnahmen gehört, die Anliegen von LGBT-Menschen sichtbar zu machen und in der lokalen Politik zu berücksichtigen sowie die Gewährleistung des gleichen Zugangs zu öffentlichen Dienstleistungen und die Schaffung eines Klimas des Respekts in der Bevölkerung.

Im Berner Stadtrat stimmten 53 Mitglieder für den Beitritt, zehn dagegen. Damit werde nicht nur ein wichtiges Zeichen gesetzt, erklärten die Unterstützer – es würden auch aktiv die Anliegen der LGBTI-Bevölkerung in der Politik integriert (MÄNNER-Archiv).

Titelbild: Szene aus „Weekend” (Pro-Fun Media)


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