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Das sind die Regenbogenstädte

Im Netzwerk „Rainbow Cities“ kooperieren Städte mit einer aktiven LGBTI-Politik

Manche Städte sind bunter als andere. Nicht etwa weil die Altstadthäuser farbenfrohere Fassaden schmücken, sondern weil sich diese Kommunen selbst zu den Cities zählen: Aktuell 31 Städte haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um ihre LGBTI- und Antidiskriminierungsarbeit zu vernetzen.

Der Grundstein für diese Zusammenarbeit wurde 2013 anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) gelegt. (Mehr zum IDAHOT im MÄNNER-Archiv.) Damals haben sich europäische Städte ein Beispiel an einem Projekt genommen, in dem 43 niederländische Städte und Gemeinden ihre LGBTI-Politik aufeinander abgestimmt haben.

Das Ziel: Gemeinsame Strategien für eine lokale LGBTI-Politik

Den Haag gilt seitdem als Gründungsort des Rainbow Cities Network. „Es gibt viel, was die Städte miteinander teilen können“, sagte Juul van Hoof, der Koordinator des Netzwerks. „Städte wie Gent, Turin und Berlin stoßen auf dieselben Probleme wie niederländische Städte, auch wenn das Ausmaß verschieden ist.“

Nach dieser ersten Konferenz traf sich das immer weiter wachsende Netzwerk im darauffolgenden Jahr in Wien, 2015 in Genf. Die Ziele: Kommunale Ansätze in der Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsarbeit für LGBTI auszutauschen, gemeinsame Strategien für eine lokale LGBTI-Politik zu entwickeln und durch den internationalen Austausch zusätzliche Ideen für den Einsatz für die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung in den einzelnen Städten zu setzen.

Zusammen sind wir stärker

Auch die deutschen Städte Berlin, Hamburg, München, Köln, Hannover und Mannheim profitieren vom Austausch. Seit Anfang November gehört auch Darmstadt zu den Rainbow Cities (MÄNNER-Archiv). Aus Österreich ist Wien vertreten, in der Schweiz Zürich, Genf und Bern. Zu den 31 Regenbogenstädten gehören daneben vor allem westeuropäische Städte wie Amsterdam, Barcelona, Paris oder Brüssel. Mit Sisli und Besiktas gehören auch zwei Landkreise von Istanbul zum Netzwerk. Die einzige osteuropäische Stadt, die sich beteiligt, ist Ljubljana in Slowenien. Mexiko City ist als einzige nichteuropäische Stadt vertreten.

Verpflichtung: LGBTI sollen weder Diskriminierung noch Gewalt erleben

Als die bayerische Landeshauptstadt vor etwa einem Jahr beitrat, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Gerade in Zeiten wie diesen, in denen wir erneut eine starke Gegenbewegung zu allen Gleichstellungsbemühungen spüren und Gruppierungen stark werden, die eindeutig lesben-, schwulen- und transfeindlich agieren, ist eine Vernetzung gerade auch auf der europäischen Ebene wichtig. Wir müssen solchen Tendenzen entschieden entgegentreten.“

Als formeller Akt zum Beitritt gilt ein „Memorandum of Understanding“, in welchem die Kooperation geregelt ist. Darin heißt es etwa: „Die am Rainbow Cities Network beteiligten Kommunen setzen sich gemeinsam dafür ein, dass LGBT(I)-Personen in diesen Gemeinden/Städten vollständig integriert werden, ohne Diskriminierung oder Gewalt in jeglicher Form ausgesetzt zu sein. Deshalb verpflichten sich die Regenbogenstädte, diesbezüglich eine aktive Rolle zu übernehmen.“

„Solidarität im Kampf gegen Homo- und Transphobie“

Dazu sollen mehr LGBTI einbezogen werden, außerdem soll die öffentliche Wahrnehmung für queere Themen erhöht werden. Zu den Projekten gehört auch eine Datenbank zu Erfahrungen mit Antidiskriminierungsarbeit, eine Untersuchung zu Obdachlosigkeit unter LGBTI-Jugendlichen oder einheitliche Regeln für queere Jugendgruppen.

„Internationale Solidarität im Kampf gegen Homophobie und Transphobie” sei sehr wichtig, sagte die Wiener Stadträtin Sandra Frauenberger bei der Konferenz 2014 in Wien: „Zusammen sind wir stärker.“

Titelfoto: Dirk Sander


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