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„Als Homo kann ich kein Rassist sein”

Isaiah Lopaz druckt rassistische Sprüche auf T-Shirts, damit sie jeder sieht

Der Amerikaner Isaiah Lopaz ist Fotograf, Künstler, Blogger und lebt in Berlin. Er ist schwul und schwarz und könnte Bücher schreiben darüber, welche unfassbar dummen Sprüche er immer wieder hört. Auf seinem Blog Him Noir schreibt er darüber: „Wann gehst Du zurück?“, „Ich mache eine Party – kannst Du afrikanisches Essen mitbringen?“ oder eben „Schwarze haben große Schwänze“.

Rassismus thematisieren mit T-Shirts

Statt Bücher zu schreiben, druckt er diese Sprüche auf T-Shirts, damit sie jeder sieht. 22 gibt es davon bisher, 20 sind veröffentlicht. Inspiriert wurde er durch das Projekt „I, too, am Harvard.“, mit dem schwarze Studenten gegen Rassismus an der Uni protestiert haben. Mit seinem Kunstprojekt will er durch Europa reisen und verschiedene Projekte betreuen, bei denen andere Schwarze ihre Erlebnisse schildern, aus denen dann ebenfalls T-Shirts entstehen sollen. Außerdem plant er ein Theaterstück.

Die schwule Community ist übrigens vorne mit dabei, was rassistische Ressentiments gegen Schwarze betrifft.

In den Mainstream-Medien sind Schwule in Deutschland immer Weiße, vielleicht kommt das daher

„Ich bin homosexuell und merke immer wieder, dass in der Szene der Rassismus besonders groß ist. Wenn ich an der Tür von einem Schwulen-Club stehe, werde ich fast immer darauf hingewiesen: Du weißt aber schon, dass das hier für Schwule ist? Vor oder hinter mir in der Schlange wird das niemandem gesagt“, sagt er im Interview mit der FAZ. “In den Mainstream-Medien sind Schwule in Deutschland immer Weiße, vielleicht kommt das daher. Ich habe Rassismus definitiv schon in meinem Schlafzimmer erlebt. Es ist völlig falsch zu denken, dass Minderheiten sich gegenseitig nicht diskriminieren. Es gibt schwule Rassisten und Schwarze, die Schwule hassen.“

Unterschied zwischen Rasse und Sexualität

Er gehe nicht mehr in schwule Clubs oder Bars, sagt er. Ihm begegne auch immer wieder das Argument: „Ich bin schwul, ich kann gar nicht rassistisch sein.“ Ein Weißer, der glaube, aufgrund seiner Homosexualität sei er automatisch davon ausgenommen, rassistische Unterdrückung zu wiederholen, verstehe den Unterschied zwischen Rasse und Sexualität nicht, schreibt er in seinem Blog. Diese Ignoranz negiere die Erfahrung, die Isaiah eben immer wieder macht.

Nachdem der Beitrag kürzlich auf der FAZ-Seite veröffentlicht wurde, wurde dort die Kommentarfunktion ausgestellt. Man kann sich ungefähr vorstellen, welcher Natur die Beiträge dort waren.

Titelbild: Him Noir


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