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Der Respektpreis 2016 geht an …

Die über 100 Mitglieder des Bündnisses gegen Homophobie haben entschieden

Es ist bereits das 7. Jahr. Die mittlerweile über 100 Mitglieder des Bündnisses gegen Homophobie haben entschieden, und Staatssekretärin Barbara Loth gab den Gewinner bekannt.

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Den Respektpreis 2016 erhält Gerd Liesegang, Vizepräsident des Berliner Fußballverbandes. Er engagiert sich nun schon seit 1990 gegen Rassismus, Antisemitismus und für die Gleichbehandlung sowie gegen Gewalt und Homophobie; ihm ist es u.a. zu verdanken, dass der Berliner Fußballverband dem Bündnis gegen Homophobie angehört, die Regenbogenflagge hisst und konstant und effektiv für die Rechte der Community eintritt. Seinem Einsatz ist es auch zu verdanken, dass der BFV als erster Fußball-Landesverband beim Berliner CSD vertreten ist. Liesegang legt sich auch mit dem Deutschen Fußballbund (DFB) an, wenn nötig.

Liesegang setzt klare Zeichen für Inklusion und Toleranz

Mit Aktionen wie „Sprachfoul“ oder „Rote Karte für Homophobie“ und zahlreichen weiteren sozialen Projekten und Anti-Gewalt-Kampagnen setzt Liesegang klare Zeichen für Inklusion und Toleranz und zeigt, wie man in führender Position gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann. Alles das tut er ehrenamtlich: Er arbeitet bei den Berliner Verkehrsbetrieben, BVG, die ihn auch für den Respektpreis nominiert haben.

Die anderen Nominierten waren:

Der Dünja Mädchen Kulturtreff

1997 gegründet setzt sich Dünja gegen die Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Transgendern ein und unterstützt unter anderem die Initiative „Liebe verdient Respekt“ des LSVD Berlin-Brandenburg. Außerdem wird Dünja (bedeutet „die Welt“) 2017 das vierte Jahr in Folge das Präventionsteam bei den Respect Gaymes stellen. Das Kernteam besteht aus 4 Leuten und berät 200 bis 300 Mädchen im Jahr aus bis zu 20 verschiedenen Kulturen.

Quarteera e.V.

Quarteera e.V. ist eine Organisation von und für russischsprachige LGBT in Deutschland, die sich seit 2010 aktiv für deren Rechte und Akzeptanz einsetzt. Der vergleichsweise sehr kleine Verein zeigt außergewöhnlichen Mut und reagiert auf Homo- und Transphobie unter russischsprachigen Menschen. Quarteera kämpft gegen die homophobe Stimmungsmache des russischsprachigen Fernsehens, organisiert Workshops und Vorführungen von für die Community relevanten Filmen und verteilt Aufklärungsbroschüren in russischer Sprache; alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Freiwillige, es handelt sich um ein rein ehrenamtliches Projekt.

„Berliner Schulgruppen auf dem CSD“

Viele Schulen sind ein Ort unterschiedlicher Diskriminierungen. Meistens lösen stereotype Vorstellungen von Geschlechterrollen, die sowohl bei Schülerinnen und Schülern als auch Lehrpersonal häufig unhinterfragt bleiben, Konflikte aus. Auch Homophobie und Transphobie gehören zur Alltagsrealität. Einige Projekte, z.B. Queer@School des Jugendnetzwerks Lambda, setzen sich aktiv für Vielfalt an den Berliner Schulen ein. Das schulübergreifende Projekt wurde erst im Sommer 2016 gegründet.

Respektpreis 2016

Alle Nominierten kamen am Ende der Preisverleihung auf die Bühne

Im Vorjahr war der Aktivist Nasser El-Ahmad (Foto) ausgezeichnet worden (MÄNNER-Archiv). Zahlreiche Vorschläge sind auch in diesem Jahr wieder bei dem Respektpreis-Kuratorium eingegangen, das 2016 aus Dr. Julia Borggräfe (Messe Berlin), Petra Rosenberg (Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg), Daniel Goldstein (Eisbären Berlin), Hendrik Kosche (Jüdische Gemeinde zu Berlin), Toni Schneider (HELDISCH) sowie Florencio Chicote (Landesantidiskriminierungsstelle bei der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen) und Christa Arnet (LSVD Berlin-Brandenburg) bestand.  Das Bündnis gegen Homophobie ist nach eigenen Angaben „eine Allianz der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft für die gesellschaftliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen. Um aktiv gegen Homophobie einzutreten, setzt der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg im Auftrag der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen – Landesantidiskriminierungsstelle (LADS) das von ihm initiierte Bündnis gegen Homophobie im Rahmen der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ um.”  Erst vor wenigen Tagen waren die Alt-Katholische Kirche und die Berliner Gemeinde des Liberal-Islamischen Bundes dem Bündnis beigetreten. (MÄNNER-Archiv)

Kriminalitätsstatistik 2016 vorgestellt 

Die Anzahl der registrierten Straftaten gegen queere Menschen in Berlin lag bis Oktober 2016 bei 113 – im Vorjahr waren es 107. Die Aufklärungsquote lag bei 40 % – eine gute Zahl, findet der Landespräventionsbeauftragte der Berliner Polizei Wolfram Pemp, der die Kriminalitätsstatistik im Rahmen der Respektpreisverleihung heute Mittag im Mercure-Hotel MOA vorstellte.

Titelbild: Kriss Rudolph


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