Happy friends in the park

Rheinisch fröhlich: Feiern in Köln

Rheinländer und ihre Gäste wissen, wie man Party macht

Dort wo die Rheinländer nicht nur zum Karneval ihren Frohsinn verbreiten, lässt es sich auch für Gäste gut feiern. Köln ist eine echte Partystadt, die eine Reise lohnt – sei es für ein intensives Wochenende oder für eine abwechslungsreiche und aufregende Woche.

Der 11.11. ist in Köln natürlich heilig. Der Tag, an dem die fünfte Jahreszeit beginnt und es die Narren endlich wieder einige Monate lang knallbunt treiben können, wird groß gefeiert. Dann wird in der Altstadt und vor allem in den vielen Bars und Clubs Party gemacht, was das Zeug hält. So sind sie, die Rheinländer: immer froh gelaunt, herzlich und offen.

Doch braucht ein echter Kölner in Wahrheit keinen Karneval, um fröhlich zu sein. Nicht für umsonst gibt es das deutschlandweit bekannte Klischee der rheinischen Frohnaturen. Wer durch die Stadt wandelt und offen für einen Plausch mit den Einheimischen ist, wird schnell merken, dass diese das Herz am rechten Fleck tragen.

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Jeder zehnte Kölner ist homosexuell

Diese Eigenschaft, zugleich bodenständig und weltoffen, kommunikativ und positiv denkend zu sein, ist dabei einer der Gründe, weshalb sich auch Schwule und Lesben in der Domstadt so wohl fühlen wie in kaum einer anderen deutschen Metropole. Köln gilt als eine der homosexuellen Hochburgen der Bundesrepublik. Laut der kommunalen Tourismusgesellschaft ist jeder zehnte Kölner dem eigenen Geschlecht zugewandt. „Wie tief die Szene verwurzelt ist, zeigt sich auch in der enormen Dichte an schwul-lesbischen Lokalen – von gemütlichen Cafés und Restaurants bis hin zu stylischen Bars und Clubs“, heißt es vonseiten der Fremdenverkehrs-Experten.

Dass sich diese Szenelokale nicht in einem der abgelegenen Stadtteile irgendwo außerhalb verstecken, sondern mitten in der Altstadt logieren, macht deutlich, wie fest Schwule und Lesben im städtischen Miteinander verankert sind. Offen zur Schau getragene Lebensfreude, Regenbogenflaggen in den Geschäften und Männer, die Hand in Hand die Straßen entlangflanieren, gehören etwa in der Nähe des Rudolfplatzes zum Stadtbild. Hier befindet sich im sogenannten Bermudadreieck nicht nur die höchste Kneipendichte Kölns, sondern zugleich auch der Kern der  schwulen Kneipenszene der Domstadt. Abends beginnt hier das pralle Leben und Einheimische wie auch Gäste feiern in Köln ihre gemeinsame, große Party.

CSD-Parade ist der jährliche Party-Höhepunkt

Köln blickt dabei auf eine lange schwul-lesbische Vergangenheit zurück – und weiß diese auch zu würdigen. Unweit des Doms und der Hohenzollernbrücke, an der hetero- wie auch homesexuelle Verliebte tausendfach mit Liebesschlössern ihre gegenseitige Verbundenheit bekunden, steht im Rheingarten ein Mahnmahl für die lesbischen und schwulen Opfer des Nationalsozialismus. Noch einige hundert Meter weiter erinnert eine weitere Installation an Opfer der Immunschwächekrankheit HIV. Und gleich an mehreren Orten in Köln finden sich weitere Hinweise etwa auf Aids-Aktivisten, nach denen Straßen und Plätze benannt sind.

Während dies alles Symbole des ruhigen Erinnerns an die Probleme sind, die Homosexuelle in der Geschichte hatten und zum Teil auch noch heute haben, machen Schwule und Lesben einmal jährlich lautstark auf sich aufmerksam: bei der CSD-Parade, dem Kölner Christopher Street Day, der 2017 am zweiten Juli-Wochenende stattfinden wird und jedes Jahr Tausende Teilnehmer auf den Wagen und Hunderttausende am Streckenrand anzieht. Dann gehört den Schwulen und Lesben jenes Fleckchen Köln zwischen Dom, Rudolfplatz und Severinbrücke, der sonst von Touristen aus aller Welt oder von Männern, die fröhlich ihren Junggesellenabschied in Köln feiern, bevölkert wird.

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Herzlichkeit ist für viele der Pluspunkt gegenüber Berlin

Doch auch neben der CSD-Parade haben es einige weitere Veranstaltungen geschafft, bundesweit Bekanntschaft als Partyhöhepunkte für Lesben und Schwule zu erlangen – als da wären das Rheinfetisch-Wochenende und der Bear Pride im Spätherbst. Dazu gesellen sich unzählige regelmäßige Partys in den Clubs und Kneipen der Stadt, die sich nicht nur, aber vor allem an ein homosexuelles Publikum richten.

Für Paare, die der Stadt einige Tage lang einen Besuch abstatten und ein bisschen feiern wollen, ergeben sich somit unendlich viele Möglichkeiten – zwar nicht ganz so viele wie in der anderen Schwulenhauptstadt Deutschlands, in Berlin, aber doch ausreichend, damit auf keinen Fall so etwas wie Langeweile aufkommen kann. Für die meisten Gäste sind dabei die Herzlichkeit und Wärme der Menschen im Rheinland die entscheidenden Kriterien, die gegen Berlin und für Köln sprechen.

Rosa Funken waren Deutschlands erster schwuler Karnevalsverein

Am Ende ist es aber bei allen anderen Vorzügen, die die Stadt am Rhein hat, doch wieder der Karneval, der auf Touristen vor allem anziehend wirkt. Das bunte Treiben der Narren und nicht zuletzt der Rosenmontagsumzug lockt die Menschen scharenweise in die Stadt. Mit mehreren Millionen begeisterten Zuschauern sind die großen und auch vielen kleinen Umzüge in den Stadtteilen das Aushängeschild und zugleich Partyhighlight eines jeden Jahres – und auch in der schwul-lesbischen Szene ein fester Termin zum Feiern. So hat sich beispielsweise vor zwei Jahrzehnten mit den Rosa Funken der erste schwule Karnevalsclub überhaupt in Deutschland gegründet und lädt alljährlich zu eigenen Veranstaltungen ein. Maskottchen ist ein rosa Steckenpferd aus Plüsch – was in gewisser Weise noch an die Anfangsidee erinnert, die darin bestand, den Verein als Parodie auf alteingesessene Karnevalsclubs zu verstehen. Längst ist er aber zum festen und ernsthaften Bestandteil der Karnevalisten geworden.

Fotos: Shutterstock, istock


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