18 09 2016 Demonstration Südpark Halle vom Organisator der Montagsdemo – Sven Liebich organisiert

Bildungsplan für Akzeptanz in Sachsen!

SPDqueer fordert Konsequenzen aus Erkenntnisse des Sachsen-Monitors 2016

Der Freistaat Sachsen hat am Dienstag erstmals eine Studie über die politischen Einstellungen seiner Bürger veröffentlicht. Mehr als die Hälfte glaubt laut Sachsen-Monitor 2016, dass Deutschland in gefährlichem Maß überfremdet ist – und jeder Fünfte ist der Meinung, Deutsche seien anderen Völkern von Natur aus überlegen. Außerdem hält jeder dritt Sachse homosexuelle Liebe für „unnatürlich“. Der Aussage „Eine sexuelle Beziehung zwischen Personen desselben Geschlechts ist unnatürlich” stimmten 13 Prozent voll und 19 Prozent eher zu. 22 Prozent der Befragten stimmten nicht bzw. 42 Prozent stimmten gar nicht zu. Unter den 18- bis 29-Jährigen erklärten gar 38 Prozent, Homosexualität sei „unnatürlich”. Bei diesen Zahlen ist es wenig verwunderlich, dass die „Alternative für Deutschland“, AfD, in Sachsen einer Umfrage von Infratest dimap für den Mitteldeutschen Rundfunkzufolge derzeit auf 25 Prozent der Wählerstimmen käme und nun zweitstärkste Kraft hinter der CDU wäre.

Jeder Mensch hat das Recht, frei von Angst vor Diskriminierung und Gewalt zu leben und zu lieben

Oliver Strotzer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD Sachsen: „In Sachsen müssen Menschen, deren sexuelle oder geschlechtliche Identität nicht der ‘Norm’ entspricht, noch immer mit weit verbreiteter Diskriminierung und Ausgrenzung leben. In einigen Fällen sogar mit Gewalt. Homo- und transphobe Einstellungen sind das Ergebnis von Vorurteilen, gespeist aus Unwissenheit. Homophobie ist eine Bildungslücke! Es ist Aufgabe von Gesellschaft und Politik, dieser lebensgefährlichen Bildungslücke entgegenzutreten. Denn jeder Mensch hat das Recht, frei von Angst vor Diskriminierung und Gewalt zu leben und zu lieben.“

Homosexualität: weder unnormal noch minderwertig

„Einige Bundesländer haben schon Bildungspläne auf den Weg gebracht, in denen bereits in der frühkindlichen Bildung vermittelt wird, dass Menschen einander in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptieren sollen. Die Kinder lernen so, dass es weder unnormal noch minderwertig ist, sich zu Menschen des gleichen Geschlechts hingezogen zu fühlen oder wenn das geschlechtliche Empfinden nicht mit dem angeborenen Geschlecht übereinstimmt. Schulen und Einrichtungen der Kinderbetreuung haben unter anderem auch die Aufgabe, Gleichwertigkeit und Akzeptanz zu vermitteln. Sachsen hat diese Ziele bereits in seinem Orientierungsrahmen für die Familien- und Sexualerziehung an Schulen formuliert.” Nun solle auch Sachsen diese Ziele in einem „Bildungsplan für Akzeptanz“ verbindlich regeln!, fordert Strotzer.

Die AfD hat mit Magdeburger Erklärung dem Kindeswohl den Kampf angesagt

An die Rechtspopulisten von der AfD und ihre vor kurzem vorgestellte „Magdeburger Erklärung zur Frühsexualisierung“ (MÄNNER-Archiv) gerichtet, erklärt er: „Die AfD hat mit ihrer Magdeburger Erklärung dem Kindeswohl den Kampf angesagt. Kinder und Jugendliche, deren sexuelle oder geschlechtliche Identität nicht ihrem völkischen Ideal entspricht, wird das Gefühl gegeben, minderwertig und unnormal zu sein. Damit will sie die Verhältnisse zementieren, die die Ursache für die menschenfeindlichen Einstellungen in unserer Gesellschaft sind. Aber vielleicht ist das ja auch genau das Ziel von Petry, Poggenburg, Höcke und Co?“

Titelbild: Imago/Steffen Schellhorn


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