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Schwule Cowboys und der Volksentscheid

Dan und Miki sind das schönste Argument für die Öffnung der Ehe in Australien

Der Volksentscheid über die Öffnung der Ehe ist tot.  Der Senate entschied am Wochenende mit 29 zu 33 Stimmen, dass es die umstrittene, teure und völlig unnötige Maßnahme weder in diesem, noch im nächsten Jahr geben wird. Damit schloß sich die Mehrheit der Parlamentarier der Meinung der AktivistInnen ein, die seit Monaten dagegen getrommelt hatten, sich etwas bestätigen zu lassen, was längst klar ist: die absolute Mehrheit der Australier ist für die Eheöffnung und bekommt dabei so prominente Unterstützung wie die von Kylie Minogue. (MÄNNER-Archiv) Den ganzen Sonntag über lieferten sich die Parlamentarier eine hitzige Debatte. Der offen schwule liberale Senator Dean Smith sagte unter anderem: „Wollen wir wirklich die erste Generation moderner australischer Politiker sein, die letzten Endes zugibt, dass sie nicht in der Lage ist, auch schwierige politische Probleme zu lösen? Wenn es zu diesem Volksentscheid kommt, fürchte ich, wird es nicht der letzte sein. Es schüttelt mich bei dem Gedanken, dass es einen Tag geben könnte, an dem wir vielleicht auch über unser Recht auf freie Meinungsäußerung, unsere Religionsfreiheit oder über die Aufnahme von Immigranten aus bestimmten Teilen der Welt, öffentlich abstimmen lassen, auf Kosten eines bewährten parlamentarischen Systems. Die lesbische Senatorin Penny Wong, die bei ihrem Amtsantritt 2002 das erste offen homosexuelle Mitglied des australischen Parlaments war, sagte: „Wir wollen nicht, dass der Wert unserer Familien oder unserer Kinder öffentlich festgelegt wird. Die Sprache des Hasses, die die Debatte auf der einen Seite bestimmt hat, ist nicht abstrakt, sondern eine reale, tägliche Bedrohung unserer Menschenwürde.“

Wir wollen nicht, dass der Wert unserer Familien oder unserer Kinder öffentlich festgelegt wird

„Ich persönlich möchte sagen, dass der Gott an den ich glaube, sich weder an meiner Beziehung noch an meiner Familie stößt. Australier wollen die Eheöffnung. Und trotzdem will Premierminister Malcolm Turnbull sie zwingen, etwas zu tun, was nur die Gegner der Eheöffnung wollen, obwohl er es nicht einmal selbst unterstützt.“ Die Labor Party hatte vor Wochen einen Gesetzentwurf zur Eheöffnung in Parlament eingebracht (MÄNNER-Archiv), über den sofort abgestimmt werden könnte, wenn die Beratungen darüber abgeschlossen sind.

Wir sind einfach Dan und Miki

Das Bündnis „Australian Marriage Equality“ veröffentlichte parallel zur Debatte ein Video, das nicht schöner belegen könnte, wie es um die Frage der Gleichstellung auf dem Kontinent steht. Dan und Miki, zwei schwule Cowboys, die zusammen in der australischen Provinz eine Ranch betreiben, erzählen darin, wie sie sich kennen und lieben gelernt haben, und dass sie „einfach Dan und Miki sind. Kein Mensch hier stört sich daran, dass wir ein schwules Paar sind. Also, wenn ihr einen konservativen Parlamentarier habt, sagt dem, auch die Menschen in der australischen Provinz sind längst viel weiter, als er oder sie vielleicht denkt.“

Foto und Video: Australian Marriage Equality/Facebook


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