Men-kissing-Singapore

Verbreitet Liebe, nicht Hass!

Ein Hetzartikel macht die Ausmaße der Homophobie in Singapur deutlich

Der Insel- und Stadtstaat Singapur ist der flächenmäßig kleinste Staat Südostasiens. Homosexuelle Handlungen zwischen Männern können dort nach wie vor mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden, auch wenn das Gesetz lange nicht mehr angewendet wurde; weitgehend tabuisiert ist gleichgeschlechtliche Liebe ohnehin. (Im vergangenen Jahr versuchten religiöse Fundamentalisten zu verhindern, dass der schwule Sänger Adam Lambert in Singapur auftritt – MÄNNER-Archiv)

Was wenn meine Kinder das gesehen hätten?

Dort beschwerte sich jetzt auf dem Portal All Singapore Stuff eine Mutter darüber, dass sich zwei Männer in der Metro geküsst hätten – ein Foto wurde dazu geliefert. Die Geschichte wurde tausendfach im Internet geteilt. Einfach ekelhaft, fand sie es und entrüstete sich: „Was wenn meine Kinder das gesehen hätten und gefragt hätten: Mami, warum küssen sich diese beiden Männer?”

In dem Artikel heißt es weiter: „Der Unterschied ist, dass wenn ein Mann seine Beine breit macht für den anderen, um seine Genitalien dort reinzustecken, kommen keine Babys raus. Sie kriegen nur AIDS?!“ (In Indonesien hat sich jetzt der Präsident für LGBTI-Rechte ausgesprochen – MÄNNER-Archiv)

Zurück in den Schrank!

Und dann schloss sie noch die Frage an: „Ist das wieder so ein Publicity Stunt der Gay Community. Die meisten Leute in Singapur wissen eh, dass es sie gibt und würden es vorziehen, wenn sie einfach wieder zurück in den Schrank gingen und aufhörten Aufmerksamkeit zu suchen.”

Singapur

Lässt sich nicht unterkriegen: Peter Eggenhuizen (Foto: Facebook)

Einer der beiden Männer ist der Australier Peter Eggenhuizen. Über Facebook ließ er wissen: „Diese Erfahrung hat mich nicht verletzt. Tatsächlich ermutigt sie mich, meine Liebe weiter zu zeigen, und zwar auf meine Weise. Verbreitet Liebe, nicht Hass!“ Weiter schrieb er: „Ich mag das Land und die Leute, und ich hoffe, dass die LGBTI-Community weiter gegen Ungerechtigkeit und Benachteiligung, gegen Homophobie und Hass kämpft.”

Erst vor wenigen Tagen hatte die Regierung neue Regeln für den CSD veröffentlicht, der in Singapur „Pink Dot Festival” heißt. Wer die Veranstaltung als ausländischer Sponsor unterstützen wolle, brauche künftig eine Genehmigung. Im Juni dieses Jahres hatten u.a. Facebook, Google and Goldman Sachs das Festival unterstützt.

Titelbild: All Singapore Stuff


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