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Sperma ist gut fürs Herz

Das darin enthaltene Spermidin lässt Mäuse länger leben – und wahrscheinlich auch Menschen

Das in der Samenflüssigkeit enthaltene Spermidin ist gut für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Das haben Forscher der Universität Graz herausgefunden. Gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland, Frankreich und den USA haben sie gezeigt, dass Mäuse länger leben, wenn sie mit Spermidin angereichertes Wasser trinken.

Der Grund: Das Spermidin hat die Herzfunktion von älteren Mäusen verbessert. Einen ähnlichen Effekt konnten die Wissenschaftler bei Ratten feststellen, die aufgrund salzreicher Nahrung einen erhöhten Blutdruck aufgewiesen haben. Bei ihnen konnte das Spermidin den Blutdruck senken. (An Mäusen konnte auch gezeigt werden, wie Nachkommen ohne Eizelle entstehen können – MÄNNER-Archiv.)

Spermidin schützt vor Herzinsuffizienz

„In Tiermodellen hat Spermidin die Herzelastizität und diastolische Entspannung der linken Herzkammer erhöht, während die Verdickung der Herzwände abnahm. Das bedeutet: Der Herzmuskel kann sich zwischen den Schlägen besser entspannen und sich daher wieder mit mehr Blut füllen“, erklärt Tobias Eisenberg gegenüber dem ORF. Jetzt wolle man den Effekt am Menschen untersuchen.

Zumindest indirekt konnten sie bereits beweisen, dass Spermidin auch dem Menschen hilft. Sie haben 800 Menschen in Südtirol zu ihren Essgewohnheiten befragt. Denn der gesunde Sperma-Bestandteil kommt auch in bestimmten Nahrungsmitteln vor, etwa in Erbsen. Wer besonders spermidinreich isst, der zeigte ein niedrigeres Risiko von Herzinsuffizienz und anderen kardiovaskulären Krankheiten.

Spermidin steckt auch in anderen Lebensmitteln

Bereits 2009 konnte dasselbe Forscherteam vom Institut für Molekulare Biowissenschaften beweisen, dass  dass Spermidin die Autophagie, einen zellulären Reinigungsprozess im menschlichen Körper, ankurbeln kann. Dabei „fressen“ Körperzellen eigene beschädigte Zellbestandteile ab. Damit stellt sie sicher, dass sie länger lebt, und gewinnt dadurch zusätzlich Energie.

Im Labor konnten die Forscher die Lebensdauer von einfachen Organismen wie Hefe, Fruchtfliegen oder Fadenwürmern verlängern. 2013 haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass dieser Effekt auch gegen Demenz helfen könnte.

Dass das im Sperma enthaltene Spermidin ein Jungbrunnen ist, der noch dazu gut fürs Herz ist, sollte dennoch nicht als Grund genügen, beim Oralverkehr das Sperma zu schlucken. Dabei können Geschlechtskrankheiten übertragen werden (MÄNNER-Archiv). Lieber mehr Weizenkeime, Sojabohnen, Erbsen, manche Käsesorten, Pilze oder Nüsse essen – auch darin steckt Spermidin.

Titelfoto: Shutterstock/Atstock Productions


19 Kommentare

  1. Kevin Bohr

    Super wie man hier Werbung für „Anti-Safe” macht…. schlimm genug das es viele gibt, denen ihre Gesundheit egal ist….aber sowas nun zu fördern („ihr wisst was zu tun ist”)….. fettes DISLIKE!


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