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Türkei hat Meinungsfreiheit verletzt

Der Tag im Zeitraffer (24.11.2016)

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat am Dienstag einstimmig geurteilt: Die behördliche Beschlagnahmung von Hunderten Exemplaren eines Magazins der LGBTI-Organisation Kaos GL hat gegen Europarecht verstoßen. 10 Jahre ist es mittlerweile her: Ein Gericht in Ankara hatte das Magazin damals verboten, weil die Titelgeschichte über Pornografie „gegen die öffentliche Moral“ verstoßen habe, so die Richter.

Am 21. Juli 2006 hatte Ankaras Oberstaatsanwalt zunächst drei Ausgaben beschlagnahmt, bevor sie ausgeliefert werden konnten. Am selben Tag wurden per Gerichtsbeschluss weitere 375 Hefte aus dem Verkehr gezogen. Dem Chefredakteur des Magazins Umut Güner wurde vorgeworfen, obszöne, pornografische Fotos veröffentlich zu haben: Auf Seite 15 etwa sei ein Geschlechtsakt zwischen zwei Männer zu sehen gewesen.

Das verstieß für die Straßburger Richter gegen das in der Menschenrechtskonvention verbriefte Recht auf freie Meinungsäußerung und die Pressefreiheit. Die Beschlagnahmung  sei „unverhältnismäßig“ gewesen. Wenn es den Behörden um Jugendschutzfragen gegangen wäre, hätte man anordnen können, das Magazin nicht an Minderjährige auszugeben (Mitte der Monats ist ein türkischer LGBTI-Aktivist verhaftet worden – MÄNNER-Archiv).

Neue britische Prüderie?

Wer in Großbritannien nach gewissen Pornos sucht, der wird bald nicht mehr fündig werden. Denn die Regierung des Vereinigten Königreichs will, dass es Internetnutzern nicht mehr möglich ist, Seiten mit „unkonventionellen“ Sexvideos aufzurufen. Das regelt ein Gesetz, das gerade durchs Parlament gebracht wird, berichtet The Guardian. Der Vorschlag ist ein Teil des neuen Gesetzes zur Digitalwirtschaft und würde Internetprovider dazu zwingen, solchen Inhalt zu blockieren, der nicht für den kommerziellen DVD-Verkauf von der British Board of Film Classification (BBFC) klassifiziert werden würde.

Es gibt zwar keine genaue Liste, was von der BBFC nicht lizensiert wird. Doch Pornoproduzenten, die bereits mit der Behörde zu tun hatten, haben ein paar Beispiele genannt. So würden wohl Sexfilme darunterfallen, in denen Spanking vorkommt oder in denen jemand ausgepeitscht wird (MÄNNER-Archiv).

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Troye Sivan widmet Preis queeren Kids

Der Sänger hat am Mittwochabend den wichtigsten Musikpreis Australiens erhalten. Der 21-Jährige wurde mit zwei ARIA (Australian Recording Industry Association) Awards ausgezeichnet: Für seinen Song „Youth“ und für das Video dazu (sein Lied „Wild“ erzählt eine schwule Liebesgeschichte – im MÄNNER-Archiv gibt’s das Video). Den Preis hat Troye Sivan, der in Südafrika geboren, aber in Australien aufgewachsen ist, allen queeren Jugendlichen gewidmet: „Dieser Preis ist für alle schwulen und lesbischen Kids, die Musik machen wollen. Ihr könnt es schaffen und auch einen ARIA gewinnen.“ Den Award hat ihm Robbie Williams überreicht.

Troye Sivan, der durch YouTube-Videos bekannt wurde, hat auch über seine Verantwortung als schwuler Künstler gesprochen. „Es ist viel Druck. Aber es wäre unverantwortlich von mir, nicht alles zu tun, um es zum Thema zu machen.“ (MÄNNER-Archiv)

Titelbild: Kaos GL


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