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„Volles Vertrauen der Bundesregierung“

Laut Regierungssprecher Seibert stehe man hinter Günther Oettinger

Kritik an den Äußerungen Günther Oettingers kommt aus fast allen Parteien. Am Wochenende hatte Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) seine Aussagen als „homophob und rassistisch“ kritisiert. Der EU-Abgeordnete Reinhard Bütikofer (Grüne) sagte am Montag im rbb-Inforadio: „Es ist nicht zum ersten Mal, dass Kommissar Oettinger sich völlig in der Ausdrucksweise vergreift. Und ich muss sagen, bei uns zu Hause in Baden-Württemberg, wo er herkommt wie ich, nennt man so einen einen DummschwätzerDie LI.“

Rassismus und Homophobie dürfen keinen Platz haben

LINKE-Vorsitzender Bernd Riexinger fordert via Twitter: „Die Kanzlerin wäre gut beraten die Zeit von #Oettinger in Brüssel zu beenden. Rassismus und Homophobie dürfen keinen Platz haben.“ Auch Linken-Vorstandsmitglied Jan Korte sprach Günther Oettinger in der Passauer Neuen Presse die Eignung zum EU-Kommissar ab. „Sein Humor ist einfach nur plump und unangebracht. In derselben Zeitung nannte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt nannte Oettingers Wortwahl „mehr als befremdlich“.

Und die Bundesregierung? Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag, dass Oettinger „selbstverständlich“ das volle Vertrauen der Bundesregierung genieße. Der EU-Kommissar habe seine Äußerungen eingeordnet (sie seien aus dem Zusammenhang gerissen, sagte Oettinger). „Ich habe das nicht weiter zu kommentieren“, so Seibert (Ist Sprecherin der Kanzlerin ein Traumjob? – MÄNNER-Archiv). Nun hat sich in der Vergangenheit oft gezeigt: Wenn die Kanzlerin einem ihrer Minister ihr „volles” oder „vollstes Vertrauen“ ausgesprochen hat, war der Betreffende ein paar Tage später seinen Job los. Wir sind jedenfalls gespannt.

Oettinger war in der vergangenen Woche Festredner beim 27. „EuropAbend” des AGA Unternehmensverbands in Hamburg. Vor rund 200 geladenen Gästen hielt er eine freie Rede, die vom Verleger Stefan Marquardt mit dem Smartphone gefilmt wurde (hier angucken – MÄNNER-Archiv).

Einführung der Pflicht-Homoehe erfüllt meine Erwartungen an deutsche Verantwortung in keiner Form

„Die deutsche Tagesordnung mit Mütterrente, Mindestrente, Rente mit 63, Betreuungsgeld […] bald noch mit der Pflicht-Homoehe, wenn sie eingeführt wird”, sagte der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident. „Die deutsche Tagesordnung erfüllt meine Erwartungen an deutsche Verantwortung in keiner Form.”

Nur wenige Tage vorher war bekannt geworden, dass Günther Oettinger, aktuell EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Haushaltskommissar werden soll.

Titelbild: Slavko Sereda / Shutterstock.com


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