group of students with notebooks at school yard

Texas: Gesetz ermöglicht Zwangsouting

Schulen sollen gezwungen werden, Eltern den Zugang zu allen Informationen gewähren, die man über die Schüler hat

Eine texanische Politikerin der US-Republikaner hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Schulen zwingt, den Eltern den Zugang zu allen Informationen gewähren, die man über die Schüler hat. Im Entwurf heißt es: Die Eltern müssten informiert werden über das allgemeine körperlich, psychische wie emotionale Wohlergehen des Kindes“. Kindesmissbrauch wird im Entwurf von Konni Burton ausdrücklich ausgenommen.

Informationen über sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität eines Schülers können weitergegeben werden

LGBTI-Aktivisten kritisieren, dass somit auch Informationen über die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität weitergegeben werden, selbst wenn der Schüler dies nicht möchte (das hat die MÄNNER-Umfrage zum Thema Zwangsouting ergeben – MÄNNER-Archiv). Wenn Lehrer entsprechendes Wissen nicht mit den Eltern teilen, könnten nach dem Gesetzentwurf mit der Nummer 242 Disziplinarmaßnahmen eingeleitet werden. In den USA werden viele queere Teenager von ihren Familien aufgrund ihrer sexuellen Orientierung vor die Tür gesetzt, was in den meisten Fällen zu Obdachlosigkeit führt (so wird Jugendlichen in New Mexico geholfen – MÄNNER-Archiv).

Burtons Gesetz solle unmissverständlich klar machen, schrieb sie auf ihrer Webseite, dass Eltern „das Recht auf volle und umfassende Informationen“ hätten, was schulische Leistung, aber eben auch körperliche, psychische und emotionale Gesundheit betrifft.

Eltern in Texas sollen nie wieder um das grundlegende Recht kämpfen müssen, am Leben ihres Kindes teilzuhaben

Der Gesetzesvorschlag ist eine Reaktion auf neue Richtlinien an einer Schule in Fort Worth, der fünftgrößten Stadt im US-Bundesstaat Texas. Dort ging es um den Umgang mit Trans*Schülern. Die bisherige Regelung, wonach Kinder die Toilette aufsuchen durften, die ihrer gefühlten geschlechtlichen Identität entsprach, hatte zu heftigen Protesten geführt. Um zu entscheiden, welche Toilette ein Schüler aufsuchen darf, müssen die Eltern nun informiert werden (gestern wurde weltweit der Gedenktag gegen die Opfer von Transphobie begangen – MÄNNER-Archiv).

„Eltern in Texas sollen nie wieder um das grundlegende Recht kämpfen müssen, am Leben ihres Kindes teilzuhaben“, so Burton.

Vertrauensverhältnis wird zerstört

Steven M. Rudman von der Gleichstellungsbehörde in Texas kritisiert: „Wr glauben, dass dieses Gesetzesvorhaben das Vertrauensverhältnis zwischen einem Schüler und Lehrer zestört.“ Einige Kritiker des Gesetzes fürchten sogar, dass es Schüler der Gefahr aussetzt, von Eltern in sogenannte Reparativtherapien geschickt zu werden, um sie zu „heilen“.

Titelbild: Fotolia/Syda Productions


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