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Die neue M+: Aktiv oder passiv?

Ein ganzes Heft zum Thema HIV und Sport

Es war ein schlechtes Jahr für den Sport. Die Olympischen Spiele in Brasilien spülten mehr Dopingskandale und Enthüllungen eines korrupten Systems an die Oberfläche als wohlige Erinnerungen an athletische Triumphe. Die Paralympics wurde von IOC-Boss Thomas Bach einfach mal ignoriert. Die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich wurde von Terrorangst und Hooligan-Kloppereien überschattet. Kürzlich kamen dann noch die Schlagzeilen um den kamerunischen Fußballspieler Samuel Nlend hinzu, der vier Tage nach Vertragsunterzeichnung beim ägyptischen Verein al-lttihad wieder gefeuert wurde, weil bei einer ärztlichen Routine-Untersuchung angeblich herausgefunden wurde, dass er HIV-positiv war. Nlend behauptet, das Testergebnis sei gefälscht. Er klagte gegen den Club. Zu Redaktionsschluss stand noch nicht fest, wie es mit dieser Klage weitergeht. Dafür war die altbekannte Diskussion um die Diskriminierung positiver Profisportler wieder in vollem Gange. Diese Diskussion ist notwendig. Man kann dem Skandal also auch etwas Positives abgewinnen. Aber zu einem besseren Sportjahr macht er 2016 definitiv nicht.

Wir stimmen nicht ein ins omnipräsente Geschrei der Fitness-Ideologen

Man könnte darauf mit Sportverdrossenheit reagieren. Man kann sich aber auch aus der Zuschauerperspektive lösen und versuchen es besser zu machen. Aktiv angehen gegen den Verdruss des Passivsports sozusagen. Aber keine Angst! Wir stimmen nicht ein ins omnipräsente Geschrei der Fitness-Ideologen. Vielmehr haben wir uns überlegt, dass unserem Heft zum Welt-AIDS-Tag neben der Reflektion aktueller Kampagnen und Debatten (die auf Seite 22/23 stattfindet) ein bisschen Bewegung gut tun könnte. So haben wir uns das Spannungsfeld „HIV und Sport“ vorgenommen und dabei festgestellt, dass die Auseinandersetzung mit diesem Thema ein erstklassiges Kontrastprogramm zur Sportverdrossenheit ist. Und zwar nicht nur, weil man dabei auf Motivatoren wie die Aufklärungs-Radler von „Andre’s Ride“ (ab Seite 14) oder die positiven Profisportler von Seite 20 stößt, sondern auch weil die Analyse der Studienlandschaft zum Thema zu einer Erkenntnis führt, die im Geschrei der Fitness-Ideologen oft untergeht: Die Sinnfälligkeit sportlicher Betätigungen steht im unmittelbaren Verhältnis zu ihrem Vergnügungsfaktor. Was das bedeutet, wird auf Seite 13 vertieft. An dieser Stelle interpretieren wir es einfach mal als Einladung Spaß zu haben – mit passivem und aktivem Sport, mit Positiven und Negativen und natürlich mit diesem Heft.

Foto:Shutterstock/Jasminko Ibrakovic


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